Kleffmann CropRadar

Maisbestände im Osten katastrophal

Hitze und Trockenheit sorgen in weiten Teilen Ostdeutschlands beim Mais für Totalverluste. Landwirte denken über Anbaualternativen nach.

In Deutschland kann in diesem Jahr auf einer Fläche von 2,598 Mio. t Mais gehäckselt oder gedroschen werden. Damit haben sich die Bestände auf 54.000 ha so schlecht entwickelt, dass sich eine Ernte nicht lohnt, berichtet die Kleffmann-Group. Das Statistische Bundesamt hatte für die Maisfläche in diesem Jahr einen Wert von 2,652 Mio. ha errechnet.

Die Maisbestände in den östlichen Bundesländern sind in schlechterem Zustand.
Bild: Kleffmann Group
Die Maisbestände in den östlichen Bundesländern sind in schlechterem Zustand.

Für das Kleffmann CropRadar wurden Satelliten-Daten ausgewertet. Danach sind die Verluste in Sachsen  (11,5 Prozent), Sachsen-Anhalt (13,4 Prozent) und Brandenburg (8,6 Prozent) besonders groß. Weil auf diese Länder nur ein relativ kleiner Anteil der Gesamtfläche entfällt, liegen die bundesweiten Totalverluste bei nur 2,04 Prozent. Weitere 3 bis 4 Prozent befänden sich in Deutschland in einem schlechten Zustand mit der Gefahr der Notreife.

Sentinel-Satelliten liefern Bilder für CropRadar

Die Kleffmann Group hat mit „CropRadar“ ein eigenes satellitenbasiertes System zur digitalen Flächenerkundung entwickelt. CropRadar liefert detaillierte Ergebnisse von Anbauflächen verschiedener Hauptkulturen wie Mais, Raps und Sonnenblumen (weitere Kulturen folgen in Kürze). Nutzer von Kleffmann CropRadar können mit einer Genauigkeit von 97 Prozent für Gesamtdeutschland bis auf Postleitzahlenebene sehen, welche Kulturen und wie viel Hektar von der jeweiligen Kultur angebaut werden. Die Basis dieser Daten bilden die Satellitenbilder der Sentinel-1- und -2-Satelliten, welche vom Expertenteam der Kleffmann Group mit Methoden der künstlichen Intelligenz verarbeitet werden. Die Daten werden regelmäßig aktualisiert, sodass Umbrüche direkt erkennbar werden.

Pflanzenbauberater berichten auch im Westen von sehr heterogenen Maisbeständen. Hauptgrund sei die ungleichmäßige Niederschlagsverteilung. Die  spät gesäten Maisflächen litten zudem besonders unter der ersten Hitzewelle dieses Sommers und den anschließenden kühlen Temperaturen. Diesen Eindruck bestätigen die Daten aus dem CropRadar. In manchen Regionen habe sich der Mais deutlich langsamer entwickelt als in anderen. Berichtet die Kleffmann Group. Waren die Maisflächen im vergangenen Jahr – trotz ebenfalls langer Trockenheit – Ende Juli aus dem All mit CropRadar problemlos zu erkennen, so waren sie zum gleichen Zeitpunkt in diesem Jahr aufgrund des verzögerten Wachstums noch nicht identifizierbar.

Aus Gesprächen mit Landwirten hat die Kleffmann Group erfahren, dass die Bereitschaft wächst, über Anbaualternativen nachzudenken. Als eine mögliche Option nannten die Landwirte Soja.

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