Starkregen, Dürren, Hagel – die präzise Vorhersage von extremen Wetterereignissen ist schwierig. Am Observatorium der Universität Hohenheim soll es gelingen, Prognosen und Modelle zu verbessern. Das Institut wird am Freitag dieser Woche eingeweiht.

 
Um Wetterextreme besser vorhersagen zu können, sollen Luftfeuchtigkeits-, Temperatur- und Windfelder in den unteren Atmosphärenschichten beobachtet werden. Außerdem untersuchen die Forscher den Zustand des Bodens und der Pflanzen – zum Beispiel die Transpiration und ihren Gesundheitszustand – die vor allem von Dürrebedingungen abhängen. Es ist geplant, Kulturpflanzen unter realistischen Dürrebedingungen anzubauen. 
Rund um die Versuchsstation der Universität Hohenheim liegt ein neun Quadratkilometer großes Areal mit Agrarflächen, Wald und urbanen Flächen zu Forschungszwecken.  

NASA forscht auch mit

Am Freitag in dieser Woche wird das Land-Atmosphäre Feedback Observatorium an der Universität Hohenheim, kurz Lafo, eingeweiht. Physiker, Bodenforscher, Pflanzenwissenschaftler und Ökologen werden künftig am Lafo zusammenarbeiten. Auch die Raumfahrtbehörde NASA und die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) aus den USA wollen an den zukünftigen Messkampagnen in Hohenheim teilnehmen.

Organisatorisch ist das Lafo an das Forschungszentrum für Globale Ernährungssicherung und Ökosysteme (GFE) an der Universität Hohenheim angegliedert. Das Forschungsvorhaben wird mit 800.000 € von der Carl-Zeiss-Stiftung gefördert.
Gefahren steigen
Wetterextreme wie Hagel, Trockenheit und Überschwemmungen verursachen deutschlandweit jedes Jahr durchschnittliche Ernteschäden von rund 511 Mio. €. Das geht aus einer Publikation zur „Landwirtschaftlichen Mehrgefahrenversicherung“ hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Ende des Jahres 2016 vorgestellt hat. Die höchsten Ertragseinbußen in den Jahren von 1990 bis 2013 führen die Autoren der Studie mit 54 Prozent sogar auf Dürren zurück, Hagel verursache Einbußen von 26 Prozent, Schäden durch Regen, Fröste und Überschwemmungen lägen unterhalb von 10 Prozent.







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