Klimawandel

"Landwirte sind auf Experimente angewiesen"

 Prof. Folkhard Isermeyer.
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Prof. Folkhard Isermeyer.

Der Klimawandel birgt sowohl Risiken als auch Chancen. Eines steht fest: Landwirte sollten ihre Produktionssysteme bereits jetzt anpassen.

agrarzeitung: Wie werden deutsche Landwirte den Klimawandel zu spüren bekommen?

Folkhard Isermeyer: Die Produktionsbedingungen in Deutschland werden durch zwei Merkmale beeinflusst: zum einen durch die Veränderung der durchschnittlichen Klimaverhältnisse, zum anderen durch die Zunahme von Wetterextremen. Zumeist ungünstig wirken sich diese extremen Wetterereignisse aus. Starkregen, Stürme, extreme Hitze, lange Dürreperioden oder Spätfröste mindern die Erträge und die Produktqualität. Landwirte, die sich durch Vorsorgemaßnahmen zu schützen versuchen, haben zusätzliche Kosten zu tragen. Aber ich bewerte den Klimawandel nicht nur negativ.

Welche Chancen birgt er?

Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe der agrarzeitung im Thema der Woche auf Seite 3.



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  1. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 22. März 2019 12:43 | Permanent-Link

    Den Einlassungen von Herrn Prof. Isermeyer kann man zunächst einmal zustimmen.

    Als Gretchenfrage schlechthin steht allerdings im Raum, wie man/Bauer unter der erdrückenden Last von rechtlichen Erlassen und Verordnungen, einem derzeit gesellschaftspolitisch überambitioniert angestrebten Öko-Diktat als konventioneller Bauer überhaupt noch die Rahmenbedingungen für eine mehr denn je unverzichtbare Experementierfreudigkeit vorfindet.

    Wenn sie heute das eigene Hoftor passieren, stehen die Bauern doch mehr oder weniger schon mit einem Fuß im Gefängnis; und mit Verlaub, welche Halbwertzeiten haben gegenwärtig unsere administrativen Bestimmungen, die dem Praktiker ohnedies kaum mehr überhaupt noch die Luft zum Atmen lassen?

    Beispiele gibt es zuhauf, wie ein durchaus gewünschter Fortschritt in der Praxis unverständlicherweise rigoros ausgebremst wurde/wird, bestes Beispiel hierfür wäre eine sofortige Abkehr von dem annuellen (jährlichen) Monokulturenanbau hin zu Mischkulturen, die auf die vorherrschenden Bedingungen jeweils unterschiedlich angepasst reagieren könnten. Als absolut erbärmlich muss man in dieser Thematik eine verbissen geistige Starre unseres gegenwärtigen Systems erkennen, obgleich man auf der anderen Seite geradezu mit einer für viele beängstigend warnenden Dringlichkeit aufwartet und ad hoc Veränderungen anmahnt. - Unsere Forstleute u.a. predigen genau DAS seit welchem Ereignis? Vielfalt sei gefragt, anpassungsfähige Vielfalt! Nicht vergessen sollte man hier in der Vergangenheit den bewusst diskredidierten Biodiesel, die Verbrennung von Getreide etc. pp.. Alles Dagewesene, wo man nicht zukunftsweisend in die richtigen Bahnen zu lenken vermochte. WARUM? Wessen recht eigennützigen Interessen sah man hiervon äußerst negativ tangiert?

    Die Frage -auch an einen Prof. Isermeyer- sei daher erlaubt: WER in Reihen der Landwirtschaft ist realiter am wenigsten anpassungsfähig!? Die noch ackernden Bauern? - Man kommt wahrlich nicht umhin, hier einen berechtigten Fingerzeig in Richtung Wissenschaft, gefolgt von einer Administration in der Ausführung, schlussendlich, und das ist gerade für uns Bauern in der Vermarktung ein sehr großes, nachhaltig beeinträchtigendes Manko, auf eine durchgängig fehlende Flexibilisierung der verarbeitenden Industrie, zu richten. Dabei stellen dato die Vorstellungen unserer Wasserwerker jenseits von Gut und Böse wahrhaftig eine einzige Zumutung dar; sie leben primär schlussendlich zunächst alleine von den Niederschlägen, bleiben diese aus, sind die Bauern nicht imstande, selbige Defizite zu relativieren; ohne die anderweitigen mannigfaltigen Problembaustellen unterschiedlichster Bereiche zu benennen, die wahrlich kein Bauer zu verantworten hat. Analysiert endlich sorgfältig und nehmt die Verursacher in die Pflicht, auch uns Bauern, wo es angezeigt ist.

    Das ganze Hightech-Geschwurbel, das allseits kommunikativ gegenwärtig „wegweisend“ auf uns Bauern herniederprasselt, kann und darf man sicherlich als der Weisheit letzter Schluss nicht verkaufen; gerne lenkt man vom eigentlichen Dreh- und Angelpunkt ab: Hier sprechen wir von der Verlässlichkeit unserer Wetterdaten, deren Prognosen aktuell kaum auf Halbwertzeiten von 3-4 Tage zurückgreifen lassen. Vielleicht ist es aber auch gut so, dass wir unserem Herrgott dahingehend von Menschenhand nicht ins Handwerk pfuschen können, wäre ansonsten Mord und Totschlag dann wieder an der Tagesordnung.

    Nun, Herr Prof. Isermeyer, es bleibt tatsächlich noch viel zu tun; packen Sie und Ihresgleichen das durchaus beherzt an, ohne dabei die Bauern förmlichst in den Wahnsinn zu treiben! - Es müssen nicht noch mehr Eulen nach Athen getragen werden!!!

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