Kreditvergabe

GVB sieht Klimapolitik durch Hintertür


Pläne der EU-Kommission, die Vergabe von Darlehen für klimafreundliche Projekte zu erleichtern, kritisieren die Volks- und Raiffeisenbanken in Bayern heftig. Sie halten das Vorhaben für ideologisch motiviert.

Pläne der EU-Kommission, klimafreundliche Projekte bei der Kreditvergabe zu bevorzugen, rufen die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken auf den Plan. „Finanzierungsvorhaben müssen in erster Linie anhand ihres Risikogehalts bewertet werden, nicht an ihrem CO2-Ausstoß“, sagt dazu Jürgen Gros, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB). Zwar sei es richtig, Energieverbrauch und Schadstoffemissionen zu reduzieren. Dafür stünden jedoch wirksame Steuerungsinstrumente jenseits des Bankaufsichtsrechts zur Verfügung.

Hintergrund der Äußerungen ist die Absicht der EU-Kommission, die Vergabe von Darlehen für nachhaltige Investitionsvorhaben zu erleichtern. Dazu soll ein „Unterstützungsfaktor“ eingeführt werden, der die Kapitalanforderungen senkt. Die Kommission will dazu im März ein Gesetzespaket vorlegen, das zahlreiche weitere Maßnahmen enthält, um mehr Geld in nachhaltige Finanzanlagen zu leiten und Klimarisiken zu reduzieren. Der GVB hält dies für „ideologisch getrieben“ und setzt sich stattdessen dafür ein, die „bewährten Programme der staatlichen Förderbanken zu stärken, um grüne Investitionen zu unterstützen“.

Der GVB vertritt die Interessen von 244 Volks- und Raiffeisenbanken sowie 1.016 ländlichen und gewerblichen Genossenschaftsunternehmen im Freistaat.

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