Das Einbecker Unternehmen will den Kartoffelanbau neu gestalten. Dazu setzt KWS auf ertragsstarke diploide Hybridknollen und Kartoffelsamen.

Die KWS Saat SE gründet gemeinsam mit dem US-amerikanischen Unternehmen J.R. Simplot Company die neue Firma Aarvedo. Ziel ist es, ertragsstarke diploide Hybridkartoffeln auf den Markt zu bringen. Seit 2011 arbeitet die KWS, die großes Potenzial in der Hybridzüchtung von Kartoffeln sieht, an einer diploiden Kartoffel, um den Zuchtfortschritt zu beschleunigen. Herkömmliche Kartoffeln sind in der Regel tetraploid. Ihre Nachkommen haben eine sehr große genetische Vielfalt. Zurzeit dauert es rund 20 Jahre, bis eine neue marktreife Sorte mit neuer züchterischer Qualität entwickelt ist. „Wir wollen schneller sein als klassische Kartoffelzüchter", sagt KWS-Vorstandsmitglied Peter Hofmann. "Sobald unsere diploide Hybridkartoffel marktreif ist, rechnen wir damit, dass der züchterische Fortschritt viel schneller umsetzbar ist und die Entwicklung einer neuen Sorte nur noch sechs bis zehn Jahre beträgt.“

Mit der ersten diploiden Kartoffel will KWS im Jahr 2025 an den Markt gehen. Bis dato sei es der KWS gelungen Inzuchtlinien zu entwickeln. Der Züchtungspool befinde sich in der Aufbauphase. Im folgenden wolle das Unternehmen sowohl den züchterischen Fortschritt als auch die Konkurrenzfähigkeit des Produkts genau unter die Lupe nehmen. Aus wissenschaftlicher Sicht, so lauten kritische Stimmen, ginge die Diploidisierung meist zulasten der Knollengröße.

Kartoffelzucht: Säen statt pflanzen


Säen statt pflanzen

Darüber hinaus gibt das Unternehmen bekannt, im Jahr 2030 Kartoffel-Saatgut anbieten zu wollen (siehe Bildergalerie). In den Niederlanden und in Deutschland experimentieren Unternehmen bereits mit Kartoffel-Saatgut. Noch sind die Verfahren allerdings Zukunftsmusik (Lesen Sie mehr dazu in der Printausgabe in dieser Woche.)

Mit der Gründung des Joint Venture Aarvedo verfolgt die KWS gemeinsam mit Simplot das Ziel, die Zukunft des Kartoffelanbaus und die damit verbundenen Wertschöpfungsketten zu gestalten und dabei "eine führende Rolle zu übernehmen". Die KWS bringt dafür Knowhow in der Hybridzüchtung mit, wähend der US-amerikanische Konzern Simplot Expertise im Kartoffelanbau und in der Verarbeitung besitzt.

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