Landtechnik

Kartellamt stellt Verfahren komplett ein


Im Bonner Kartellamt verfolgt man die Untersuchungen im Bereich Landtechnik nicht mehr weiter.
Bundeskartellamt, Bundeskartellamt
Im Bonner Kartellamt verfolgt man die Untersuchungen im Bereich Landtechnik nicht mehr weiter.

Agravis, Baywa und RWZ Köln haben Post vom Bonner Kartellamt bekommen. Betreff: Das Verfahren in Sachen Landtechnik wurde eingestellt. Die vollständige Klärung war gemessen am Sachverhalt zu aufwendig.

"Nach der Auswertung der bei Durchsuchungen sichergestellten Unterlagen, der eingegangen Bonusanträge und der Durchführung von ersten Vernehmungen ergab sich ein uneinheitliches, vorläufiges Bild", teilte das Bundeskartellamt auf Anfrage von agrarzeitung.de mit. Dessen "abschließende Klärung" hätte einen "dem Sachverhalt nicht mehr entsprechenden Aufwand erfordert", so die Bonner Behörde weiter.

Am Morgen hatte zunächst die Baywa AG in München mitgeteilt, dass die Wettbewershüter das Verfahren gegen den Konzern ohne Auflagen eingestellt habe. Auch die Agravis Raiffeisen AG in Münster und Hannover und die Raiffeisen-Waren-Zentrale Rhein Main (RWZ) in Köln bestätigten auf Anfrage von agrarzeitung.de, dass das Verfahren gegen sie ebenfalls eingestellt worden sei.

Im Januar und Februar 2016 hatte das Bundeskartellamt bei mehreren Hauptgenossenschaften sowie einem Verband Durchsuchungen durchgeführt. Der Verdacht hatte sich auf Absprachen beim Verkauf von Landmaschinen und Ersatzteilen sowie bei der Abrechnung von Werkstattleistungen gerichtet. Das Kartellamt hatte nie Namen der betroffenen Unternehmen genannt. Die az erfuhr seinerzeit, dass bei den Zentralen der Baywa AG in München, der Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein Main (RWZ) in Köln sowie bei der Agravis Raiffeisen AG in Münster und Hannover Durchsuchungen stattgefunden hatten.

Verfahren bei Pflanzenschutz-Großhandel läuft noch

Die ZG Raiffeisen in Karlsruhe erklärte, von den Untersuchungen nicht betroffen zu sein. Die Raiffeisen Waren, Kassel, wollte damals gegenüber dieser Zeitung dazu keine Angaben machen.

Noch offen sind dagegen die Kartelluntersuchungen beim Großhandel mit Pflanzenschutzmitteln. Hier liegen der Agravis wie auch der Baywa nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse zum Stand der Ermittlungen des Bundeskartellamtes vor. Die Behörde bestätigte auf Anfrage lediglich, dass es sich um ein "laufendes Verfahren" handele. Hier hatte das Bundeskartellamt im März 2015 Durchsuchungen bei mehreren Unternehmen und dem Deutschen Raiffeisenverband durchgeführt.



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