Landvolk Niedersachsen

Kleine Ernte und niedrige Preise


Die Erzeugerpreise für Getreide liegen nach Berechnungen des Landvolks in Niedersachsen derzeit auf einem ähnlichen Niveau wie 1993.
Bild: Landvolk Niedersachsen
Die Erzeugerpreise für Getreide liegen nach Berechnungen des Landvolks in Niedersachsen derzeit auf einem ähnlichen Niveau wie 1993.

Unter Niedersachsens Ackerbauern herrscht große Enttäuschung: Die Ernte ist deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre geblieben.

 

So ernteten die Landwirte in zehn Landkreisen bis zu 15 Prozent weniger als im Durchschnitt des langjährigen Vergleichszeitraumes von 2012 bis 2017, meldet das Landvolk Niedersachsen. Gleichzeitig sind die Erzeugungskosten gestiegen, unter anderem durch höhere Auflagen. „Diese öffentliche Diskussion und die geringere Wirtschaftlichkeit des Getreideanbaues drücken auf die Stimmung der Landwirte“, schildert Landvolk-Vizepräsident Ulrich Löhr. Die geringere Erntemenge der Landwirte wirkt sich an den Märkten bisher noch nicht aus. Das Preisniveau rangiere aktuell auf dem des Jahres 1993, klagt das Landvolk.

Aktuell nähern sich die Weizenpreise der unteren Auffanglinie der noch bestehenden Getreidemarktordnung, hier wurde ein sogenannter Schwellenpreis von 155 Euro je Tonne festgelegt. Grund für die Schwäche des Getreidemarktes sehen Marktbeobachter in hohen Lagerbeständen weltweit sowie deutlich besseren Ernteergebnissen in Nachbarländern wie beispielsweise Frankreich. Internationale Rahmendaten wie Welternten und auch Welthandelsbedingungen spielen deutlich stärker in die regionalen Märkte als die hiesige Nachfrage. Die Erzeugungskosten allerdings werden sehr stark durch regionale Faktoren bestimmt. Ein Ventil für die Getreidevermarktung stellt bislang noch der Futtermittelmarkt dar, aber auch im Exportgeschäft und für die Erzeugung von Bioenergie nutzen Landwirte jede sich bietende Chance.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats