Landwirtschaft von morgen

In-Vitro-Fleisch benötigt noch Zeit

Fleisch aus der Nährlösung könnte eine Alternative zu tierischem Protein sein.
Foto: Redwan Farooq
Fleisch aus der Nährlösung könnte eine Alternative zu tierischem Protein sein.

Fleischalternativen würden viele Probleme lösen, die tierische Proteine mit sich bringen. Zehn Experten trafen sich in Berlin, um über die Nahrungsmittelproduktion von morgen zu diskutieren.

In Berlin trafen sich zehn Experten aus den Bereichen Ernährung und Landwirtschaft zum Strategischen Forum der deutschen Agrarforschungsallianz (Dafa), um über das Thema „Ernährung von morgen“ zu sprechen. Die Weltbevölkerung wächst und verlangt nach immer größeren Mengen Fleisch. Siebzig Prozent der globalen landwirtschaftlichen Fläche dienen der Erzeugung von Tierfutter. Tierische Produkte und Fleisch liefern uns aber nur 30 Prozent unseres Eiweiß- und 15 Prozent des Kohlehydratbedarfs. Alle Menschen mit Fleisch zu versorgen, zu diesem Schluss kommt die Dafa, würde die Kapazität der Erde weit überschreiten.

Eine Alternative muss her. Die findet sich etwa in Insekten, die ihre Nahrungsquellen effizienter umsetzen als Schweine und Rinder, weniger Platz verbrauchen und bei der Produktion wenig Abfall entstehen lassen. Eine andere Alternative ist das In-vitro-Fleisch. Bei diesem Verfahren wachsen Stammzellen in einem Nährmedium zu Muskel- und Fettgewebe heran. Das so erzeugte Fleisch könne heute schon in Geschmack und Aussehen mit Hackfleisch mithalten, argumentierten die Experten im Rahmen des Forums.

Diese Verfahren könnten einige heutige Probleme lösen. Die Erträge, die man damit aktuell produzieren kann, sind aber noch sehr gering. Es besteht großer Forschungsbedarf in der gesamten Produktionskette - von der Lebensmittelsicherheit über die eigentliche Produktion bis hin zu Rechtsfragen. Bis zur serienmäßigen Produktion von Kunstfleisch und Burger auf Insektenbasis wird noch viel Zeit vergehen. Bis dahin kann die Umweltbilanz nur durch eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten, etwa durch weniger weggeworfene Lebensmittel, verbessert werden.

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