Der weltgrößte Lebensmittelhersteller Nestlé will seine europäische Produktpalette auf mehr Tierwohl trimmen. Bis 2026 sollen die Hähnchenfleisch-Zulieferer die Kriterien von "European Broiler Ask" einhalten.

Nestlé will sich für ein höheres Tierwohl in der Hähnchenproduktion einsetzen, meldet die Lebensmittelzeitung. Der Konzern will den Forderungskatalog des "European Broiler Ask" (EBA) umsetzen. Betroffen davon sind die Marken Buitoni, Wagner, Herta und Maggi. Eine ähnliche Initiative hatte der Konzern bereits im vergangenen Jahr im US-Markt angestoßen.

Kernpunkt von EBA ist, dass bei der Produktion der Hähnchen, unabhängig vom Herkunftsort, die Tierschutzgesetze der EU eingehalten werden müssen. Nestlé bezieht Hähnchenfleisch unter anderem auch aus Thailand und Brasilien. Weiterhin gilt das Verbot der Käfighaltung und eine maximale Besatzdichte von 30 kg/qm. Zum Vergleich: Bei der Initiative Tierwohl sind es 35 kg/qm, bei der Einstiegsstufe des Deutschen Tierschutzbunds 25 kg/qm. Unabhängige Kontrollen sollen sicherstellen, dass die Kriterien eingehalten werden.

Der Konzern verspricht langfristige Verträge

Nestlé erklärt, seine Zulieferer bei der Umsetzung höherer Tierwohlstandards zu unterstützen. So schließe man mit den Betrieben "langfristige Lieferkontrakte" ab, um ihnen Investitionssicherheit zu geben. Inwiefern man die Ware auch höher vergütet, will Nestlé indes nicht konkretisieren. Auch nicht, ob LEH und Verbraucher mit einem Preisaufschlag rechnen müssen. 

Nach Angaben von Nestlé werden rund 10.000 t Hähnchenfleisch pro Jahr für die europäischen Produkte benötigt. "Wir sind damit natürlich nicht der größte Verarbeiter", stellt Wayne England, Head of Food Business bei Nestlé, klar. "Dennoch spielen Hähnchen für unsere Produkte eine wichtige Rolle. Und wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass es den Tieren besser geht."

 

Gemeinsamer Forderungskatalog
Hinter EBA stehen diverse Nichtregierungsorganisationen. In Deutschland gehören zum Beispiel der Deutsche Tierschutzbund, Pro Vieh und Vier Pfoten zu den Unterzeichnern des Forderungskatalogs. Auf Herstellerseite hatte Unilever für die Marke Knorr bereits Ende 2017 erklärt, die Kriterien in Zukunft umsetzen zu wollen. Auch der britische Händler Marks & Spencer gehört zu den Unterstützern.

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