Lebensmittelverschwendung

WWF klagt über Mikroplastik im Futter


Laut WWF werden in Deutschland 1,7 Mio. t an Brot und Kuchen weggeworfen.
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Laut WWF werden in Deutschland 1,7 Mio. t an Brot und Kuchen weggeworfen.

Der WWF prangert die massive Verschwendung bei Backwaren an. Genaue Zahlen sind allerdings Fehlanzeige. Dafür macht der WWF Mikroplastik im Futter aus.

Backwaren gehören zu den am häufigsten weggeworfenen Lebensmitteln, erklärt die Schweizer Natur- und Umweltschutzorganisation WWF. Von den 2015 rund 4,5 Mio. t hergestellten Backwaren seien etwa 1,7 Mio.t als Verluste zu beklagen, rechnet der WWF vor. Mit 49 Prozent zählten die Haushalte zu den größten Wegwerfern, darauf folgten die Bäckereien mit 36 Prozent an Retouren und der Handel mit 13 Prozent. 

Intransparente Branche

Genaue Zahlen hat der WWF nicht. Um eine Aussage treffen zu können, hat die Organisation Daten einer nicht-repräsentativen Studie hochgerechnet. Die Autorin der Studie, Sabine Jäger, stellte darüber hinaus im Auftrag des WWF zwischen Mai 2017 und März 2018 eigene Recherchen an und führte Interviews, um eine eigene Fall-Analyse zu erstellen. Es gebe kaum Transparenz, wohin und in welchen Mengen die überschüssigen Brot- und Backwaren gelangen, erklärt die Autorin ihr Vorgehen.

Mikroplastik im Futter

In der Studie heißt es, dass "mehrere hunderttausend Tonnen" im Tierfutter landen, in Biogasanlagen energetisch verwertet oder in Müllverbrennungsanlagen vernichtet würden. Auch hier bleibt man eher vage und schiebt es auf die Verschlossenheit der Branche. "Wie viele Tonnen Brot pro Jahr zu Tierfutter verarbeitet werden, lässt sich aufgrund der unsicheren Datenlage lediglich schätzen. Erschwert wurde die Recherche durch die fehlende Auskunfts- und Kooperationsbereitschaft einzelner Futtermittelhersteller", so die Studie. Dennoch kommt die Organisation wenig später auf relativ konkrete 400.000 t, die zu Futtermitteln weiterverarbeitet werden. Quelle ist die „European Former Foodstuff Proccessors Association“ (EFFPA), der europäische Dachverband der Nebenprodukteverarbeiter. Auch die Weiterverarbeitung wird konkret beschrieben. So würden die Futtermittelhersteller in einem ersten Schritt das Brot mitsamt den Verpackungen zerkleinern, um es dann im nächsten Schritt von sämtlichen Verpackungsmaterialien zu befreien. Dabei sei davon auszugehen, dass bei diesem Verfahren Plastikteilchen nicht immer zuverlässig entfernt werden und in der Folge im Tierfutter landeten, insbesondere das Mikroplastik.

Um die Verschwendung von Backwaren zu reduzieren, wird den Bäckern geraten, neue  Technologien einzusetzen. Insbesondere könnten Programme zur Warenbestellung helfen, die  Bestellmengen zu optimieren und Retouren zu reduzieren. Der Verbraucher wird zum Umdenken angehalten: "Ein Umdenkprozess, der aus ethischen, sozialen und ökologischen und letztendlich auch ökonomischen Gründen dringend geboten wäre."

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