Lieferengpass

Kentucky Fried ohne Chicken


In Großbritannien schließen hunderte Filialen einer Schnellrestaurantkette, weil der wichtigste Rohstoff fehlt: frisches Hühnerfleisch. Auch wenn es wie ein Vorgeschmack auf den Brexit anmuten mag - es gibt eine ganz simple Erklärung.

Die erste Meldung kam am Anfang der Woche. Hunderte Filialen der Schnellrestaurantkette Kentucky Fried Chicken (KFC) in Großbritannien blieben am Montag geschlossen. Schuld am immer noch andauernden Hühnernotstand sind aber weder Brexit noch Geflügelseuche. Auch können weder Hänchenmäster noch Schlachter etwas dafür. Auslöser sind Lieferprobleme beim deutschen Logistikunternehmen DHL. „Wir haben einen neuen Lieferpartner an Bord geholt, aber die haben ein paar Startschwierigkeiten gehabt“, ist auch heute noch auf der britischen KFC-Webseite zu lesen.


Laut Medienberichten teilte DHL mit, dass aufgrund von „Störungen in den Betriebsabläufen einige Lieferungen in den letzten Tagen unvollständig oder verspätet“ erfolgt seien. Man arbeite mit Hochdruck daran, den Sachverhalt zu lösen und entschuldige sich für die entstandenen Unannehmlichkeiten. DHL hatte erst kürzlich die Belieferung der KFC-Restaurants in Großbritannien und Irland übernommen.

Wie Spiegel Online berichtet, sehe die britische Gewerkschaft GMB die Schuld für den Vorfall bei KFC. Die werfe der Fast-Food-Kette kurzfristiges Profitdenken vor. Bislang seien die KFC-Filialen von dem Spezialunternehmen Bidvest Logistics beliefert worden. Doch dieser Vertrag sei Mitte Februar ausgelaufen. DHL habe zusammen mit einem britischen Spezialisten für Lebensmittellogistik die Nachfolge angetreten.

Medienberichten zufolge könnte es noch bis zu einer Woche andauern, bis alle Auswirkungen des Engpasses behoben sind, wenngleich mittlerweile wieder viele Restaurants geöffnet haben.
„Frische Hühnchen an 900 Restaurants im ganzen Land zu liefern, ist ganz schön komplex!“, schreibt das Unternehmen auf seiner Website. Darauf folgt eine Liste der Restaurants die weiterhin geöffnet haben.

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