Marktausblick

Positive Signale für Schweinefleisch

Die Lage in China bleibt der größte Einflussfaktor auf dem globalen Fleischmarkt.
IMAGO / VCG
Die Lage in China bleibt der größte Einflussfaktor auf dem globalen Fleischmarkt.
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Im kommenden Jahr könnte die Importnachfrage Chinas anziehen und damit den Weltmarktpreis stützen, erwartet Richard Brown vom französischen Beratungs- und Marktforschungsunternehmen GIRA.

Auf dem globalen Fleischmarkt bleiben die mittel- und langfristigen Aussichten trotz vieler Herausforderungen für die Branche positiv. Diese Botschaft brachte Richard Brown vom französischen Beratungs- und Marktforschungsunternehmen GIRA zum Deutschen Fleisch Kongress von afz und "Fleischwirtschaft" in Mainz mit.
 
Das jahrelange Wachstum des globalen Fleischkonsums habe in den Jahren 2019 und 2020 einen Dämpfer erhalten, werde in diesem Jahr aber die Trendwende schaffen. Hauptgrund für den zwischenzeitlichen Einbruch sei nicht die Corona-Pandemie gewesen, sondern die Afrikanische Schweinepest (ASP), die in Asien für einen Einbruch der Produktion gesorgt habe.
 
In China hätten hohe Preise rege Investitionen in die Schweinehaltung ausgelöst, sodass sich die Produktion nach dem ASP-bedingten Einbruch deutlich schneller erholt habe als erwartet. Die steigende Sorge vor ASP-Infektionen habe im Sommer dieses Jahres zu vermehrten Schlachtungen geführt, die einen Preisverfall auf dem chinesischen Markt ausgelöst hätten. Die Furcht vor weiter sinkenden Erlösen vergrößerte die Verkaufsbereitschaft und beschleunigte so den Rückgang der Preise. Auch die Sauenschlachtungen hätten zugenommen.
 
Brown erwartet deshalb in den kommenden Monaten ein sinkendes Angebot auf dem chinesischen Markt, das vielleicht schon zum chinesischen Neujahrsfest, das im kommenden Jahr am 1. Februar gefeiert wird, zu steigenden Preisen und einem höheren Importbedarf führen könnte. In diesem Jahr werde der Importbedarf mit 4,3 Mio. t Schweinefleisch kleiner ausfallen als die zunächst prognostizierten 5,2 Mio. t.
 
Der GIRA-Experte verwies darauf, dass der Fleischkonsum trotz steigender Preise weltweit zunehme. Seit dem Jahr 2009 habe sich der Preis für Fleisch vom Schaf mehr als verdoppelt, beim Rind betrage der Zuwachs knapp 70 Prozent, bei Geflügel mehr als 40 und beim Schwein mehr als 30 Prozent. Dennoch stehe die Branche vor großen Herausforderungen. Themen wie Umweltschutz, Tierwohl, Gesundheit und Antibiotika stünden weltweit im Fokus, wenn auch mit regional unterschiedlichen Gewichtungen. In vielen Ländern werde es für die Fleischbranche zudem schwieriger, Arbeitskräfte zu finden. Die Branche in Europa sei zudem mit politischen Weichenstellungen der EU konfrontiert, etwa der Farm to Fork-Strategie und dem Green Deal.

Dieser Text erschien zuerst auf www.fleischwirtschaft.de.
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