Milchforum

Neue Auflagen belasten Milcherzeuger


Der DBV-Milchpräsident Karsten Schmal beobachtet eine getrübte Stimmung in der Landwirtschaft.
Foto: J_Struck
Der DBV-Milchpräsident Karsten Schmal beobachtet eine getrübte Stimmung in der Landwirtschaft.

Der Milchmarkt in Deutschland zeigt sich stabil. Doch Auflagen für die Milcherzeuger wie neue Vorgaben zur Düngung belasten die Stimmung.

"Hätten wir den Brexit nicht vor der Brust, dann wäre ich für den Milchsektor in diesem Jahr tatsächlich optimistisch", so Karsten Schmal heute in Berlin. Doch ernsthafte Sorgen mache er sich um die Stimmung unter den Landwirten, so der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) am Rande des diesjährigen 10. Milchforums in Berlin.

Mittlere und kleinere Betriebe betroffen

Die wirtschaftliche Situation der Milcherzeuger sei besser als die Stimmung, so Schmal. Viele Betriebe hätten in den vergangenen Jahren umfangreiche Investitionen in zusätzliche Lager für Gülle und befestigte Flächen vorgenommen, um neuen Auflagen der bisherigen Düngeverordnung zu entsprechen. Gerade seien sie dabei, sich wirtschaftlich von den vergangenen Preiskrisen zu erholen. Auch die Folgen der Dürre im Sommer 2018 müssten bewältigt werden. Doch jetzt zeige sich, dass erneut investiert werden müsse. Dies lasse insbesondere die Leiter von Betrieben mit 70 bis 80 Kühen und darunter an ihrer Zukunftsfähigkeit zweifeln. 

Auch die Diskussion um ein Verbot der Anbindehaltung führe bei zahlreichen Landwirten zur der Entscheidung, den Betriebszweig Milch aufzugeben - gerade auf kleinen Betrieben im Süden Deutschlands, so Schmals Erfahrung. Es sei mit erheblichen Veränderungen innerhalb der nächsten fünf Jahre zu rechnen. Derzeit arbeiten in Deutschland noch rund 62.000 Milchviehhalter. 

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