Milchkontrolle 2019

Strukturwandel ist ungebremst


Die Zahl der Milchviehhalter sinkt in Deutschland weiter. Gleichzeitig steigt die Herdengröße in den verbleibenden Betrieben.
Bild: Pixabay / 1447441
Die Zahl der Milchviehhalter sinkt in Deutschland weiter. Gleichzeitig steigt die Herdengröße in den verbleibenden Betrieben.

In Deutschland gibt es immer weniger Betriebe mit Milchviehhaltung. Auch die Zahl der Kühe ging zuletzt weiter zurück.

Auch im zurückliegenden Milchwirtschaftsjahr (1. Oktober 2018 bis 30. September 2019) waren die Auswirkungen der widrigen Wetterverhältnisse auf die Futterproduktion zu spüren. Nach dem Dürrejahr 2018 war die Niederschlagsverteilung im Kontrolljahr 2019 regional sehr unterschiedlich, berichtet der Bundesverband Rind und Schwein in Bonn.

Unter anderem habe dies zu einer indifferenten Veränderung der durchschnittlichen Milchmenge geführt. In einigen Kontrollverbänden war die Milchleistung rückläufig, in anderen Regionen, wie zum Beispiel im Bereich des LKV Schleswig-Holstein, deutlich positiv. Unabhängig von der Rasse oder dem Standort gab die deutsche Milchkuh im Mittel 8.907 kg Milch, ein leichtes Plus von 57 kg Milch im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Fettprozente stiegen an, im Schnitt um 0,03 Punkte, die Eiweißprozente um 0,01 Prozentpunkte. Erfreulicherweise sank die durchschnittliche Zellzahl den Angaben zufolge deutschlandweit, was zum einen auf die besseren klimatischen Bedingungen im zurückliegenden Kontrolljahr zurückgeführt werden könne, zum anderen aber auch als klares Indiz für eine verbesserte Eutergesundheit in den Milchviehherden anzusehen sei.

Die Anzahl der Betriebe war im aktuellen Beobachtungszeitraum weiter rückläufig. Wie bereits im Vorjahr gaben weitere 1.800 Unternehmen die Milchviehhaltung auf. Die Zahl der Kühe sank ebenfalls wie im Kontrolljahr 2018 um gut 65.000 Tiere. Damit wuchs die durchschnittliche Herdengröße auf fast 87 Milchkühe pro Betrieb an, bei regionalen Unterschieden zwischen 51 und 384 Kühen. Beflügelt durch die unzureichenden Rahmenbedingungen setzt sich der Strukturwandel mit hohem Tempo fort, stellt der Bundesverband weiter heraus.

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