Milchmarkt

BMG ist zahlungsunfähig


Die Berliner Milcheinfuhr Gesellschaft (BMG) hat vorläufige Insolvenz angemeldet. Das Berliner Unternehmen konnte bereits seit Januar nicht mehr die vereinbarten Preise an Milchbauern zahlen.

Das geht aus einem sehr kurz gehaltenen Brief hervor, den die BMG an alle ihre Vertragspartner schickte und der der Redaktion agrarzeitung.de vorliegt. Darin wird in wenigen, nüchternen Sätzen die Lage des Unternehmens dargestellt. Demzufolge handelt es sich um eine vorläufige Insolvenz. Die BMG schreibt: „Soeben hat sich der vorläufige Insolvenzverwalter vorgestellt und versichert, dass es im Interesse aller liegt, unsere Firma weiterzuführen und am Markt neu aufzubauen.“

Die Berliner Firma kündigt an, die Milch weiterhin abholen und vermarkten zu wollen. Ob sie für die Milch auch bezahlen kann, steht dort nicht. Nähere Details sollen die Milcherzeuger am heutigen Montag oder morgigen Dienstag, 13. März, erfahren.

Bereits im Januar teilte das Unternehmen mit, ab sofort nur noch 20,00 ct/kg für alle Milchsorten zu zahlen, berichtete ein Milcherzeuger, der bis vor kurzem noch an die BMG geliefert hatte. Verschiedene Vereinigungen wie der Bauernbund Brandenburg, machen den massiven Preisverfall für die drohende Pleite des Unternehmens verantwortlich. "Sicher stecken auch betriebswirtschaftliche Fehler dahinter, aber letzten Endes ist die BMG gescheitert am unseligen Zusammenwirken von staatlicher Marktintervention und monopolartigen Strukturen in der Molkereiwirtschaft", sagte Bauernbund-Vorstand Hans-Jürgen Paulsen. Besonders in der Kritik steht die EU, die zusammen mit der Bundesregierung kleinere Mengen Magermilchpulver auf den übersättigten Markt warf. Die EU hatte in der Vergangenheit Überkapazitäten aufgekauft und sitzt nun auf großen Mengen Milchpulver.


Die BMG sei ein wichtiger Partner bei dem Versuch, verkrustete Strukturen in der Milchvermarktung aufzubrechen, erklärt dazu der Vorstandsvorsitzende des MEG Milch Boards, Peter Guhl, der selbst einige Jahre an die BMG verkauft hat. Eine Pleite sei daher mit allen Mitteln zu verhindern, sagt Guhl. Er vermutet, dass dem abgesetzten Geschäftsführer Peter Gerber wohl an der ein oder anderen Stelle taktische Fehler unterlaufen seien.

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