Milchmarkt

Fonterra setzt auf Milchalternative

Die neuseeländische Molkerei arbeitet mit einem Produzenten von A2-Milch zusammen. Wissenschaftler sehen keinen Unterschied zu herkömmlicher Milch.

Neuseelands größte Molkerei, die von rund 10.000 Bauern beliefert wird, gibt seine Kooperation mit der a2 Milk Company bekannt. Die a2 Milk Company vertreibt Frischmilch, Butter und Käse aus der Milchvariante A2, die sich in der Zusammensetzung des Milcheiweiß unterscheidet.

Ein Frage der Rasse
Die Zusammensetzung der Milch ist unter anderem von der Rinderrasse abhängig. So gibt es Kühe, die überwiegend A1 produzieren und solche, die überwiegend die Variante A2 liefern. Zu den A2-Kühen zähen die extensiveren Rassen Jersey, Brown Swiss und Guernsey. Abhängig von der genetischen Veranlagung kann eine Kuh entweder vollständig A1, eine Kombination von beiden oder vollständig A2 produzieren.


Fonterra sieht mit dieser Erweiterung seiner Produktpalette bedeutende Wachstumschancen. Das Unternehmen hat dabei auch die Märkte in südost Asien und im mittleren Osten im Blick. In einem nächsten Schritt werden jetzt Milchviehhalter in Neuseeland und Australien gesucht, die in die Produktion einsteigen wollen. "Diese Partnerschaft schafft für unsere Bauern neue Möglichkeiten, zusätzlichen Erlös von ihrer Milch zu generieren", sagt Rene Dedoncker, Fonterra Geschäftsführer in Australien. Fonterra zufolge stellt A2-Milch eine sinnvolle Erweiterung der Angebotspalette dar, die bereits Biomilch sowie laktosereduzierte und proteinreiche Produkte beinhaltet. 

Milch bleibt Milch

Die Bezeichnung „A1“ beziehungsweise „A2“ bezieht sich auf die im Eiweißanteil der Milch vorhandenen Kaseine. Es wird gelegentlich behauptet, dass A2-Milch „Urmilch“ sei, die sich besser verdauen ließe. Das soll zum Beispiel für Menschen mit Laktoseintoleranz interessant sein. Das Max-Rubner-Institut hat 2016 A1 und A2-Milch wissenschaftlich bewertet. Es kommt zu dem Schluss, dass A2-Milch weder bekömmlicher ist, noch einen anderen Laktosegehalt hat.


stats