Milchmarkt

Molkereien hoffen auf gute Kontrakte mit LEH


Peter Stahl, Vorsitzender des Milchindustrieverbandes (MIV) zeigt sich zurückhaltend.
MIV
Peter Stahl, Vorsitzender des Milchindustrieverbandes (MIV) zeigt sich zurückhaltend.

In der kommenden Woche werden die Kontraktverhandlungen mit dem Lebensmittelhandel abgeschlossen sein. Bisher zeigt sich der Milchmarkt in einer stabilen Verfassung. Die Folgen des "Brexit" sind nicht kalkulierbar.

"Wunder erwarten wir nicht", sagte der Vorsitzende des Milchindustrieverbandes (MIV), Peter Stahl, mit Blick auf die derzeit laufenden Kontraktverhandlungen zwischen Molkereien und Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) heute in Berlin. Die Verträge seien die Grundlage für die Entwicklung auch der Auszahlungspreise für die Erzeuger in den kommenden Monaten, so Stahl am Rande der Jahrestagung der deutschen Molkereiwirtschaft. Hier könne der LEH ein Signal zur Stärkung der heimischen Milchwirtschaft setzen, appellierte der Verbandschef. Denn besonders vor dem Hintergrund einer durch die Dürre in den Sommermonaten bedingten Verknappung der Futterversorgung und gestiegener Kosten seien höhere Milchpreise für die Erzeuger sehr wichtig, so Stahl.

Mit gravierenden Folgen für das Marktgeschehen rechnet die Molkereiwirtschaft den Worten Stahls zufolge durch den bevorstehenden "Brexit" im Frühjahr 2019. Großbritannien sei ein wichtiger Importeur für Butter und Joghurt sowie insbesondere für Käse. Großbritannien produziere weniger Käse als es importiere, machte Stahl deutlich. Nach wie vor hoffe die deutsche Molkereibranche "trotz der harten Worte der Verhandlungspartner "auf eine für beide Seiten zufriedenstellende politische Lösung". In jedem Fall seien die Auswirkungen auf den Milchmarkt nicht vorhersehbar. Dabei könnten einzelne Unternehmen der Branche in Deutschland von den Entwicklungen kaum betroffen sein, andere dagegen schwerwiegend und die auch in Großbritannien ansässigen könnten sogar profitieren.  

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