Die niederländische Molkerei Friesland Campina hat seinen genossenschaftlichen Mitgliedern vorgeschlagen, eine Vereinbarung über das Wachstum der Milchproduktion zu treffen. Trotzdem kann jeder Milcherzeuger weiterhin die Milchmenge ausbauen.

Der Konzern schlug in dieser Woche vor,  man könne sich dafür im kommenden Jahr am Marktwachstum für Basismolkereiprodukte orientieren. Wer über die vereinbarte Menge hinaus produziere, müsste dann mit einem Abzug von 10 Cent/kg rechnen. Grundlage für die Berechnung des Milchpreises würde allerdings weiterhin der Milchpreis von Friesland Campina sein.

Außerdem schlug der Molkereikonzern den Genossenschaftsmitgliedern die Einführung eines zertifizierten Milchprodukte-Spitzensortiments vor, beispielsweise auf Erzeugnisse mit niedriger CO2-Äquivalenz und hohen Punktzahlen für das Tierwohl und die Biodiversität. Die Milch für diese Vermarktungsschiene könnte dann höher vergütet werden. Schon jetzt würden die „nachhaltigen“ Milchströme weiter ausgebaut. Die ersten Erzeugnisse aus dem Spitzensortiment sollen 2019 im Supermarkt erhältlich sein.

Unterdessen trafen die Ideen der Konzernführung beim niederländischen Bauernverband (LTO) auf Zurückhaltung. Wie die Fachzeitschrift „Boerderij“ berichtete, verwies ein LTO-Vertreter darauf, dass die Landwirte ihre Meinungen direkt bei den anstehenden Mitgliederversammlungen der Genossenschaft äußern könnten. Andere Branchenteilnehmer sind der Meinung, es können kein unbegrenztes Wachstum geben.
Der Rabobank-Verantwortliche für die Landwirtschaft, Ruud Huirne, hingegen lobte den nachfrageorientierten Ansatz von FrieslandCampina. „Es ist besser, das was man hat, gut verkaufen zu können als es gut verkaufen zu wollen“, stellte er fest. Den Landwirten empfahl er, genau durchzurechnen, was sie bei einer Ausdehnung ihrer Milchproduktion zusätzlich verdienen würden.

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