Bereits jetzt verzeichnet der Industrieverband Agrar ein Minus von 20 Prozent beim Verkauf stickstoffhaltiger Düngemittel. Vor diesem Hintergrund kritisiert der Verband die erneut geforderte Verschärfung der Düngeverordnung.

In dieser Woche diskutieren Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und ihre Kollegin Julia Klöckner (CDU) aus dem Agrarministerium über erneute, von der EU-Kommission geforderte Verschärfungen im Düngerecht. In diese Debatte mischt sich der Industrieverband Agrar (IVA) ein. "Für das laufende Düngejahr ist bereits ein deutlicher Absatzrückgang von mineralischen Stickstoffdüngemitteln zu verzeichnen", teilt Hauptgeschäftsführer Dietrich Pradt mit. Bis einschließlich Februar lägen die Absätze rund 20 Prozent unter dem bereits schwachen Vorjahr, so Pradt weiter. Im vergangenen Wirtschaftsjahr sei der Absatz von mineralischen Stickstoffdüngemitteln bereits um 10 Prozent gesunken.
Aus Sicht des IVA zeige dieser Trend, dass die Maßnahmen der verschärften Düngeverordnung bereits greifen. Landwirte würden Mineraldünger deutlich restriktiver als in der Vergangenheit einsetzen. Weitere Verschärfungen seien nicht notwendig.
EU-Umweltkommissar Karmenu Vella sieht die bisherigen Vorschläge der Bundesregierung zur Nitratreduktion hingegen als zu lasch an. Kürzlich forderte dieser erneut die Verschärfung des deutschen Düngerechts, die die beiden Bundesressorts bis zum Sonntag dieser Woche ausgearbeitet haben müssen. Die geforderten Nachbesserungen betreffen allerdings vor allem die Wirtschaftsdünger. 

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