Molkerei

Fonterra weiter in schwierigem Fahrwasser


Nicht ausgelastete Infrastrukur hat zu Fonterras roten Zahlen beigetragen.
Fonterra
Nicht ausgelastete Infrastrukur hat zu Fonterras roten Zahlen beigetragen.

Die neuseeländische Genossenschaft setzt zwar ein wenig mehr Milch ab. Doch die Halbjahreszahlen bleiben enttäuschend.

Das erste Halbjahr ist für die neuseeländische Molkerei nicht gut gelaufen. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sinkt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 29 Prozent auf 323 Mio. neuseeländische Dollar, das entspricht etwa 196 Mio. Euro. In der ersten Geschäftsjahreshälfte, die vom 1. August 2018 bis Januar 2019 lief, konnte das Absatzvolumen mit 10,7 Mrd. Flüssigmilchäquivalenten (LME) zwar um 2 Prozent zulegen. Doch der Umsatz lag mit 9,7 Mrd. neuseeländischen Dollar (5,9 Mrd. Euro) um 1 Prozent im Vergleich zum vergangenen ersten Halbjahr niedriger.


"Die Ertragslage der Genossenschaft ist nicht so, wie sie sein sollte", erklärt Fonterras Chef Miles Hurrell. Als Ursache sieht er die ungünstigen Entwicklungen in dem Australien-Geschäft. Das leide nach wie vor unter den Auswirkungen der Dürre. "Wir sehen das am Rückgang der australischen Milchlieferung und am aggressiven Preiswettbewerb für Milch, der zu einer Unterauslastung der Produktionsanlagen und zu einer Verringerung der Margen führt", erklärt CEO Hurrell. Auch die ungünstigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Lateinamerika sowie der Nachfragerückgang in China seien weitere Bremsfaktoren gewesen.

Nettogewinn im Plus

Im Vorjahreszeitraum musste Fonterra wegen Schadensersatzzahlungen an Danone und einer Wertberichtigung der Beteiligung an dem chinesischen Unternehmen Beingmate Verluste von 210 Mio. Euro verbuchen. Mit einem Nettogewinn nach Steuern (NPAT) von 80 Mio. neuseeländischen Dollar (48 Mio. Euro) konnte Fonterra im dem soeben abgelaufenen ersten Halbjahr immerhin wieder in die Gewinnzone zurückkehren. 

Gemeinschaftsprojekt mit Friesland Campina vor dem Aus 

Hurrell will sich im zweiten Halbjahr darauf konzentrieren, das Geschäft grundlegend neu auszurichten und die Gewinnprognose von 15-25 Cent pro Aktie zu erfüllen. Dabei soll auch ein Joint Venture mit Friesland Campina beendet werden. Fonterra plant, seinen hälftigen Anteil an dem gemeinsamen Unternehmen DFE Pharma zu verkaufen. DFE Pharma produziert an Standorten in den Niederlanden, Deutschland, Neuseeland und Indien Hilfsstoffe für Arzneimittel, beispielsweise aus Stärke und Laktose.

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