Monsanto

Urteil zu Glyphosat kommt teuer zu stehen


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Die Schadenersatzforderungen an den US-Agrarkonzern, weil Glyphosat Krebs bei einem Menschen verursacht haben soll, kommt sowohl für Monsanto als auch für Bayer mitten in der Übernahmephase zur Unzeit. Der Imageschaden ist jetzt schon beträchtlich.

Monsanto geht in Berufung und wenn nötig durch alle Instanzen. Monsantos Vize-Präsident Scott Partridge hat zwar „menschlich Verständnis für die Notlage von Dewayne Johnson“, das ändere aber nichts an den wissenschaftlichen Ergebnissen. Glyphosat verursache keinen Krebs. Mehr als 800 Studien in den vergangenen 40 Jahren hätten keinen Hinweis darauf gegeben. Die Meinung der US-Jury werde die wissenschaftlichen Ergebnisse nicht ändern, so Partridge. Der krebskranke Dewayne Johnson hatte Monsanto verklagt.

Auch Bayer ist der Auffassung, dass das Urteil der Jury im Widerspruch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen stehe, bestätigte ein Unternehmenssprecher gegenüber agrarzeitung.de. Das Urteil sei auch nur der erste Schritt in diesem spezifischen Verfahren. Bayer ist davon überzeugt, dass die Gerichte im weiteren Verfahrensverlauf zu dem Ergebnis kommen werden, dass Monsanto und Glyphosat  nicht für die Erkrankung von Dewayne Johnson verantwortlich sind.

Ob das eintrifft, dazu gehen die Meinungen auseinander. Sicher ist, das mehr als 4.000 Sammelklagen in den USA anhängig sind. Dass kommt so oder so Monsanto und dann auch Bayer teuer zu stehen. Noch agieren beide Unternehmen unabhängig voneinander, da der letzte Stein, der Verkauf des Gemüsesaatgutgeschäfts an die BASF, noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Aber schon jetzt ist der Imageschaden beträchtlich.

Die Debatte um Glyphosat wird dadurch auch hierzulande massiv befeuert. Das nutzen Umweltschützer und Grünen-Politiker, um ihre Forderungen nach einem Verzicht auf Glyphosat und der grundsätzlichen Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes erneut zum Ausdruck zu bringen.

Mehr dazu lesen Sie in der kommenden Ausgabe der agrarzeitung.

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