Monsanto/Bayer

Hängepartie lässt Spekulationen sprießen


Monsanto und Bayer wecken große Erwartungen, doch nicht nur Kartellwächter nehmen die Pläne unter die Lupe.
Foto: Monsanto
Monsanto und Bayer wecken große Erwartungen, doch nicht nur Kartellwächter nehmen die Pläne unter die Lupe.

Monsanto berichtet von einem recht erfolgreichen Quartal, aber die Zahlen interessieren wenig. Viel spannender ist die geplante Übernahme durch Bayer. Doch hier gibt es nur Gerüchte. Die Prüfung der Wettbewerbsbehörden zieht sich in die Länge.

Der Umsatz der Monsanto Company, St. Louis, ist im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 im Vergleich zum Vorjahresquartal mit rund 2,7 Mrd. US-$ etwa konstant geblieben. Die Segmente haben sich allerdings unterschiedlich entwickelt. Saatgut und hier besonders Maissaatgut hat im Vergleich der Quartale um etwa 4 Prozent verloren, wogegen der Umsatz mit Pflanzenschutzmitteln um 11 Prozent gestiegen ist. Das meiste davon entfällt auf die glyphosathaltigen Herbizide der Roundup-Familie, Monsanto setzt aber zunehmend auch auf Kombinationen mit dem Herbizid Dicamba.

Höhere Preise für Glyphosat und Anlagenverkäufe

Höher sind die Margen, die Monsanto im 1. Quartal 2017/18 erzielen konnte. Als einen Faktor nennt das Unternehmen höhere Preise für Glyphosat. Als Nettogewinn weist das Unternehmen 169 Mio. US-$ aus – im Vergleich zu 29 Mio. US-$ vor einem Jahr. Ein Großteil des Anstiegs beruht allerdings auf Sondereffekten. Nach Aussage des Unternehmens ist im 1. Quartal 2017/18 Anlagevermögen von mehr als 85 Mio. US-$ verkauft worden. Der bedeutsamste Verkauf war die Aussaattechnik von Precision Planting an den Landmaschinenhersteller Agco.

Da bereits das vergangene Geschäftsjahr für Monsanto gut gelaufen ist, zeigte sich Monsanto-Chef Hugh Grant am Donnerstag mit dem Start in die neue Saison zufrieden. „Ungeachtet der bevorstehenden Kombination mit Bayer haben unsere Teams ihren Fokus auf ihr Geschäft und ihre Kunden gelegt und solide Quartalsergebnisse abgeliefert“, kommentierte er das Abschneiden seines Unternehmens.

EU-Kommission verschiebt die Deadline in den März

Genau das Thema Übernahme durch Bayer interessiert die Branche am meisten. Sie sollte nach den Plänen der beiden Konzerne eigentlich schon 2017 abgeschlossen worden sein. Doch die Prüfungen der internationalen Kartellwächter ziehen sich hin. Die wichtige Entscheidung der EU-Kommission ist bereits mehrfach verschoben worden. Zurzeit nennt sie als „vorläufige Deadline“ den 5. März. Die Prüfungen sind aufwendig, denn die Brüsseler Behörde analysiert nicht einfach nur Marktanteile. Ihr ist es ebenfalls ein Anliegen, dass der Wettbewerb in der Forschung und Entwicklung erhalten bleibt. Außerdem legt die Kartellbehörde ein besonderes Augenmerk auf die Aktivitäten in der digitalen Landwirtschaft, die sowohl für Bayer als auch für Monsanto strategische Bedeutung haben. Die EU-Kommission wird darauf achten, dass Landwirte nicht in eine Abhängigkeit von den Konzernen geraten.

Gerüchte über Verkäufe in den USA

Möglicherweise müssen die beiden Konzerne noch größere Zugeständnisse machen. Bislang hat Bayer angekündigt, wesentliche Teile seines Saatgutgeschäfts und die Liberty-Link-Technologie an die BASF zu verkaufen. Die New York Post berichtete am Mittwoch, dass Bayer sich darüber hinaus auch von Beteiligungen in den USA trennen wolle. Dazu sollen nach Angaben der US-Zeitung ein Gemüsezüchter und ein landwirtschaftlicher Softwareanbieter gehören. Eine offizielle Bestätigung für diese Pläne gibt es allerdings nicht.

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Firmenchef Grant gibt anders als in früheren Jahren keine Einschätzung mehr, wie sich der Aktienkurs von Monsanto entwickeln wird. Die Anleger sind jedenfalls noch nicht vollständig überzeugt, dass die Übernahme von Monsanto durch Bayer zustande kommt. Am heutigen Donnerstag notiert das Papier an der New Yorker Nyse bei rund 118 US-$. Das Bayer-Angebot für den Monsanto-Kauf liegt bei 128 US-$ je Aktie. Würden alle an die Übernahme glauben, müsste die Aktie so hoch bewertet sein.

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