Mycoplasma bovis

Rinderseuche grassiert in Neuseeland


Die Neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern bei der Pressekonferenz zur aktuellen Rinderseuche.
Foto: NZHerold/az screenshot
Die Neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern bei der Pressekonferenz zur aktuellen Rinderseuche.

In Neuseeland grassiert der Erreger Mycoplasma bovis. Er wurde sowohl auf der Süd-, als auch der Nordinsel nachgewiesen. In der Folge werden nun 22.000 Rinder gekeult. Die Seuche ruft auch die Premierministerin auf den Plan.

Der erste Fall von Mycoplasma bovis wurde im Juli 2017 in South Canterbury auf der Südinsel bekannt. Von dort aus breitete sich das Bakterium neuseeländischen Medienberichten zufolge über Tiertransporte aus. Aktuell sollen 39 Höfe akut betroffen sein, weitere 2689 werden beobachtet. Zwar ist die tatsächliche Anzahl der infizierten Rinder wesentlich geringer, doch durch „Hochrisiko-Transfers“ sollen Tiere aus den betroffenen Höfen im ganzen Land verteilt worden sein.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Mycoplasma bovis Auswirkungen auf den Weltmarkt haben wird. Dr. Björn Börgermann vom Milchindustrie-Verband schätzt, dass es sich bei den 22.000 Tieren um gerade einmal 0,4 Prozent des neuseeländischen Rinderbestandes handelt. Außerdem beginnt auf dem Inselstaat gerade die "Winterpause". Die sei ohnehin die milchschwache Zeit. Laut Statistiken der neuseeländischen Behörden gibt es rund 6,47 Millionen Milchkühe in Neuseeland.
Produktivität eingeschränkt
Das Bakterium Mycoplasma Bovis verursacht unter anderem Lungenentzündungen und Euterentzündungen. Es schränkt die Produktivität von Kühen massiv ein, ist aber für den Menschen ungefährlich. Die Bakterien können, ohne Krankheiten auszulösen, in Tieren überleben. Durch den Handel mit Tieren können die Bakterien dann oft in andere Ställe wandern. Die neuseeländischen Behörden versuchen daher, die Verkäufe des letzten Jahres so gut wie möglich nachzuvollziehen. Das NAIT-System hätte diese Verschiebungen überwachen sollen. Die einzigen stichhaltigen Nachweise sind also die analogen Aufzeichnungen der Milchindustrie.

Das neuseeländische Landwirtschaftsministerium verordnete nun die Keulung von 22.000 Rindern. Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern machte für die Krise die Sparzwänge und fehlende Reaktion der Vorgängerregierung verantwortlich. Unter anderem sei das NAIT-System, ein Nachverfolgungssystem für Tiertransporte, nicht ausreichend ausgebaut gewesen. Die Regierung, so Ardern, bereitet aktuell weitere Maßnahmen vor, um die Seuche einzudämmen.

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