Nachhaltigkeit

Baywa praktiziert Smart Farming

Der Münchner Konzern demonstriert in Württemberg, wie ‚smart‘ Landwirte Nahrungsmittel produzieren. Drohnen und Satelliten kommen auf dem Acker zum Einsatz.

 

Nicht nur in Ostdeutschland mit seinen Großbetrieben – auch in Regionen mit kleiner strukturierter Landwirtschaft wird Smart Farming immer interessanter. Wie Landwirte und Lohnunternehmer mit Hilfe von Drohnen und Satelliten die Produktion von Grundnahrungsmitteln sicherstellen, ohne die Umwelt zu belasten, haben jetzt Experten der Baywa AG und der FarmFacts GmbH auf den Versuchsflächen der Graevenitz’schen Gutsverwaltung Beihingen in Freiberg am Neckar demonstriert.

Um die Chancen und Herausforderungen speziell für kleinere Betriebe noch besser kennenzulernen und gemeinsam Smart Farming weiterzuentwickeln, setzt die Baywa aktuell in Württemberg ein Anwenderprojekt zur Digitalisierung in der Landwirtschaft um. „Viele Landwirte stehen bei der Digitalisierung ihrer Betriebe noch am Anfang“, sagt Gerd Mezger, Spartengeschäftsführer Agrar in Württemberg. Die Rolle des Konzerns sei dabei, die einzelnen Komponenten und Akteure zu einer ganzheitlichen Lösung zu verknüpfen: Landtechnik, Betriebsmittel, Pflanzenbauberatung, Software. 

Beispiel Düngung: Damit nach der Ernte die neue Saat optimale Startbedingungen hat, gleicht der Landwirt entstandene Nährstoffdefizite im Boden aus. Durch den Einsatz von Satellitendaten bei der Bodenanalyse erfolgt die Düngung aber nicht mehr wie früher pauschal, sondern zielgerichtet dort im Feld, wo der Boden Bedarf anzeigt. „So kann ich meine Betriebsmittel optimal einsetzen und langfristig Ertrag und Qualität sichern“, sagt Jürgen Rüdt, Landwirt im Smart-Farming-Projekt und Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsgetreide und Raps. „Ich bin überzeugt, dass die Kombination aus Digitalisierung und pflanzenbaulichem Fachwissen zu einer umweltschonenden und nachhaltigen Landbewirtschaftung beiträgt“, so Rüdt.

Markus Schaible ist Landwirt und Lohnunternehmer und jede seiner Dienstleistungen basiert auf digitalen Daten. Darüber hinaus zieht er GPS-gestützte Bodenproben und bietet seinen Lohnkunden biologische Pflanzenschutzmaßnahmen im Mais mittels Drohne an. „Der Landwirt profitiert mit diesem Service voll umfänglich von den Vorteilen, die die Digitalisierung bietet, ohne selbst in die neue Technologie investieren zu müssen“, so Schaible. „Damit sinken für ihn die Einstiegshürden in Smart Farming. Das ist auch im Sinne der Gesellschaft, die mehr Nachhaltigkeit bei der Lebensmittelproduktion einfordert“, ist sich Schaible sicher.

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