Die vom BLL vorgeschlagenen Tortendiagramme sollen dem Verbraucher die Kaufentscheidung erleichtern.
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Die vom BLL vorgeschlagenen Tortendiagramme sollen dem Verbraucher die Kaufentscheidung erleichtern.

Wichtige Inhaltsstoffe und die Kalorienzahl sollen bald leichter und prominenter auf der Verpackung zu sehen sein. Die Lebensmittelwirtschaft stellt dazu Tortendiagramme vor.

Die Bundesregierung will laut Koalitionsvertrag eine vereinfachte Nährwertkennzeichnung umsetzen. Zu dem Thema fand in dieser Woche ein Treffen im Bundesagrarministerium (BMEL) mit dem Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), dem Verbraucherzentrale Bundesverband und dem Max-Rubner-Institut (MRI) statt. Das MRI hatte vorab im Auftrag des BMEL bestehende Kennzeichnungssysteme bewertet – mit dem Fazit, dass keines eine optimale Lösung im Sinne der Verbraucher biete. Das BMEL hat das MRI daher beauftragt, ein weiteres Modell zu entwickeln. Dieses soll gemeinsam mit bestehenden Kennzeichnungen in einer Verbraucherbefragung getestet werden.

Zeitgleich hat der BLL in dieser Woche ein eigenes Konzept zur Kennzeichnung von Nährwerten auf Lebensmittelverpackungen vorgelegt. Demnach sollen die Gesamtkalorienzahl und wesentliche Inhaltsstoffe anhand von fünf Tortendiagrammen prominent auf der Verpackung dargestellt werden. Die Grafik soll Energie, Zucker, Salz, Fett und gesättigte Fettsäuren in Relation zur jeweils empfohlenen Tageszufuhr darstellen. Eine farbliche Bewertung ist nicht vorgesehen. Das Gros der Branche lehnt laut der Lebensmittelzeitung farbliche Bewertungen ab. Man fürchte für mit "rot" gebrandmarkte Produkte weitere Schritte wie Werbeverbote und Strafsteuern.

Laut Koalitionsvertrag muss Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner bis zum Sommer das Nährwertkennzeichnungssystem weiterentwickeln. An eine einheitliche europäische Lösung glaubt der Lebensmittelzeitung zufolge keiner mehr. Brüssel werde das Thema den Mitgliedstaaten überlassen.

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