Neue Kontrakte

Handel ändert Preise für Butter, Milch und Mehl

Bild: Pixabay / ElasticComputeFarm

Minimale Preiserhöhungen bei Milch, deutlich teureres Mehl und günstigere Butter: Im deutschen Handel schlagen die neuen Kontrakte durch.

Im deutschen Handel ändern sich die Preise für die Eckartikel Milch, Mehl und Butter: Der Discounter Aldi Nord hat am Freitag eine Reihe von Preisen seiner Produkte geändert, wie die Lebensmittelzeitung (LZ) berichtete. Zusammen mit dem Schwesterunternehmen Aldi Süd gilt der Discounter als Taktgeber im Lebensmittelhandel, an dessen Preise sich erfahrungsgemäß andere Lebensmittelhändler in der untersten Preislage ortientieren.

Zum Stichtag 1. November treten traditionell neue Halbjahreslieferverträge mit den Molkereien in Kraft. Nach dem Feiertag Allerheiligen werden die neuen Preise nun sichtbar. Bei H-Milch in der untersten Preislage hob Aldi Nord die Preise um einen Cent je Liter an, wie eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage sagte. Demnach kostet der Liter mit 3,5 Prozent Fett nun 70 Cent – H-Milch mit 1,5 Prozent Fett 62 Cent. Kondensmilch wurde ebenfalls um einen Cent je Packung teurer. Wie die Lebensmittelzeitung bereits berichtet hatte, war bei den neuen Kontrakten in der Branche mit einer Seitwärtsbewegung bis hin zu einer leichten Erhöhung gerechnet worden.

Bei den Butterpreisen geht es zum Novemberstart weiter leicht abwärts: Wie der Discounter Norma als erstes mitteilte, müssen Kunden statt 1,79 Euro nun nur noch 1,69 Euro für ein 250-Gramm-Paket Deutscher Markenbutter bezahlen.

Bei Weizenmehl in der untersten Preislage hob Aldi Nord den Preis um 4 auf 39 Cent je 1-Kilogramm-Packung an. Das sind gut elf Prozent mehr als zuvor. Allerdings ist das kein Rekordwert. Von 2011 bis 2013 kostete Mehl in der untersten Preislage demnach 45 Cent je Kilogramm. "Die Dürre hat zwar Auswirkungen. Eine regelrechte Preisexplosion hat es aber nicht gegeben", sagte Analyst Matthias Queck.

Laut der LZ sind in den vergangenen Monaten bereits einige Kartoffelprodukte wie tiefgekühlte Pommes frites und Käse in der untersten Preislage teurer geworden. Bei Deutscher Markenbutter, die im Herbst des vergangenen Jahres mit 1,99 Euro je 250 Gramm so teuer war wie noch nie, änderten sich die Preise inzwischen monatlich.

Auswirkungen der Dürre auf Lebensmittelpreise

Auch Marktanalyst Thomas Els von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft beobachtet Auswirkungen der Dürre in einzelnen Bereichen. "Es ist aber nicht so, dass die Nahrungsmittelpreise durch die Decke gehen." In der Geflügelbranche habe es unter anderem mit Verweis auf die Futtermittelkosten Preisanhebungen gegeben. In der Zuckerbranche habe die Dürre zwar zu deutlichen Ertragseinbußen geführt, jedoch seien ausreichende Mengen verfügbar. Bei Kopfkohl zögen die Preise infolge der Dürre an. Äpfel hingegen seien durch eine größere Ernte günstiger.

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter geht davon aus, dass die Auswirkungen der höheren Futtermittelpreise im Laufe des Winters deutlich spürbar werden könnten - wenn Vorräte und eigene Ernten erschöpft seien. "Man bekommt Futter. Aber es ist dermaßen teuer, dass es die Liquidität oft überfordert", sagte Verbandssprecher Hans Foldenauer. Die Trockenheit in diesem Sommer sei schon großflächig gewesen. In anderen, sonst eher niederschlagsarmen Regionen Europas habe es allerdings mehr geregnet. Die Milchmenge sei nicht drastisch gesunken.

Die Landwirte bekämen derzeit im bundesweiten Durchschn itt 34 Cent je Kilogramm Rohmilch. Für ein nachhaltiges Wirtschaften seien jedoch etwa 44 Cent je Kilogramm nötig, betonte der Verbandssprecher.

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