Neue Seidenstraße

China baut Soja-Hafen in Brasilien

Mit einer Großinvestition in die Infrastruktur baut China seinen Einfluss in Südamerika aus. Ein neuer Hafen an der brasilianischen Atlantikküste erleichtert den Import von Sojabohnen und Mais.

In der Nähe des großen brasilianischen Hafens Itaqui baut ein chinesisch-brasilianisches Konsortium einen neuen Hafen für Getreide, Düngemittel und Stückgüter. Nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua sollen in dem „Port of Sao Luis" im Bundesstaat Maranhao jährlich 10 Mio. t umgeschlagen werden. Brasilianische Medien sprechen sogar von einer Kapazität von 16 Mio. t, wovon etwa die Hälfte auf Mais und Soja entfallen sollen.

Keine Konkurrenz zum Hafen Itaqui

Politisch wird das Projekt an der brasilianischen Atlantikküste, das 4.000 Arbeitsplätze schaffen soll, begrüßt. Der Gouverneur des Bundesstaates, Flavio Dino, sieht nicht die Gefahr, dass der neue Hafen dem benachbarten öffentlichen Hafen von Itaqui Konkurrenz machen könnte. „Es gibt eine Ergänzung zwischen den Häfen und das ist gut für Maranhao", sagte der Politiker der Zeitung Folha de S.Paulo. Im bestehenden Itaqui Port wurde der Umschlag im vergangenen Jahr um 13 Prozent auf 17,1 Mio. t gesteigert. Wichtigste Güter waren Sojabohnen (6,1 Mio. t), Mais (1,6 Mio. t) und Düngemittel (1,5 Mio. t). Über die Eisenbahn und Autobahn ist der Hafen gut an das Hinterland angebunden.

Vier Jahre Bauzeit geplant

Das Konsortium zum Bau des neuen Hafens wird von der China Communications Construction Company (CCCC) geleitet. Die Chinesen halten die Mehrheit an dem Projekt, an dem außerdem brasilianische Unternehmen beteiligt sind. Anfang 2022 soll der Hafen in Betrieb genommen werden. Die Baukosten beziffert Xinhua 242,8 Mio. US-$.

Engpässe in Lokistik beseitigen

Der chinesische Botschafter in Brasilien, Li Jinzhang, sagte bei der Grundsteinlegung am Freitag vergangener Woche, dass der Hafen die regionale Entwicklung ankurbeln und mehr Unternehmen, darunter auch chinesische Unternehmen, in den nordöstlichen Teil Brasiliens locken soll. Das Projekt ist Teil der von China im Jahr 2013 beschlossenen Initiative "Neue Seidenstraße" mit der die Voksrepublik weltweit in die Infrastruktur wie Eisenbahnen, Straßen, Häfen, Pipelines und Stromnetze investiert. Laut Xinhua werden auch Autobahnen und Eisenbahnen, die den Hafen mit dem Hinterland verbinden, gebaut. „Sobald der Hafen fertiggestellt ist, wird er einige der Engpassprobleme lösen, mit denen Brasilien in der Logistik konfrontiert ist", sagte ein Vertreter des Investors CCCC.

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