Neue Sorten für 2021

Nachschub für die Fruchtfolge

Besonders groß ist der Züchtungsfortschritt bei der Sommergerste.
Foto: Saaten-Union
Besonders groß ist der Züchtungsfortschritt bei der Sommergerste.

Das Bundessortenamt (BSA) hat etliche Sommergetreidesorten neu zugelassen. Zu Ackerbohnen und Erbsen fällt die Entscheidung erst Ende Februar.

Sommergerste

Elf Sorten haben 2020 die Wertprüfung bestanden. Es handelt sich überwiegend um Braugerste, zwei Sorten werden ausschließlich als Futtergerste empfohlen.

Brunilda aus der Ackermann Saatzucht
überzeugt nach Angaben des Vertriebsunternehmens Saaten-Union mit guten Resistenzen, ausgewogener Malzqualität und hohem Ertrag. Erntegut 2020 befindet sich im Berliner Programm, um die Malz- und Brauqualität zu testen. Ebenfalls im Berliner Programm befindet sich die Ackermann-Sorte Firefoxx. Sie zeichnet sich nach Angaben der Saaten-Union durch sehr hohe Erträge, exzellente Resistenzen und gute Kornausbildung aus. Ihr Malz eignet sich außerdem für die Whisky-Produktion. Die Sorte wird bereits in Dänemark und Großbritannien angebaut. Schließlich ist aus Ackermann-Züchtung die Sommerbraugerste Tonga neu zugelassen.

Aus Nordsaat-Züchtung stammt Schiwago. Als Eigenschaften der Braugerste nennt die Saaten-Union sehr hohen Kornertrag sowie breite Blattgesundheit. Die Sorte steht auch im Berliner Programm. Für die Syngenta Seeds ist SY Solar neu zugelassen. Sie verbindet nach Aussage des Züchtungsunternehmens hohen Kornertrag mit geringer Lagerneigung und guten Resistenzen. Hinzu kommen sichere Proteinwerte.

Im Vertriebsprogramm der Hauptsaaten befindet sich neu die Sommerbraugerste Lexy aus der Saatzucht Breun. Das Vertriebsunternehmen nennt hohe bis sehr hohe Erträge bei solider Sortierung. Hinzu kommen eine sehr gute Halm- und Ährenstabilität sowie Gesundheit. Außerdem hat die Hauptsaaten die Breun-Sorte Yoda im Programm, die auf dem internationalen Markt auch als Braugerste gehandelt wird, aber in Deutschland für den Futteranbau in Veredelungs- und Biobetrieben empfohlen wird. Das Vertriebsunternehmen kennzeichnet Yoda als Low-Input-Sorte mit hoher Standfestigkeit, guter Halm- und Ährenstabilität sowie überdurchschnittlicher Gesundheit.

Ebenfalls als Futtergerste ist LG Andante neu im Sortiment. Sie zeigt nach Angaben von Limagrain gute Standfestigkeit und ein sehr hohes Resistenzniveau und kann deswegen mit geringerer Pflanzenschutzintensität angebaut werden. Als besonderes Merkmal nennt das Züchtungsunternehmen das hohe Hektolitergewicht. Außerdem bietet Limagrain mit LG Belcanto eine neue ertragreiche Braugerste. Sie weist nach Angaben des Züchtungsunternehmens gute Standfestigkeit sowie hohe Vollgerstenanteile auf. Schließlich listet das BSA als neu zugelassene Sommergerstensorten Kimberly der Nordic Seed Germany sowie Medusa der InterSaatzucht auf.

Sommerhafer

Die I.G. Pflanzenzucht hat zwei neue Hafersorten im Programm. Bei Fritz der Saatzucht Bauer handelt es sich nach Angaben des Vertriebsunternehmens um eine ertragsstarke Hafersorte mit früher Reife und guter Sortierung. Sie wird für den Anbau für Schälmühlen empfohlen. Das Gleiche gilt für Rex von der Bayerischen Pflanzenzuchtgesellschaft. Hier unterstreicht die I.G. Pflanzenzucht außerdem den besonders niedrigen Spelzenanteil und die zuverlässige Resistenz gegenüber Mehltau. Als dritte neue ertragsstarke und standfeste Hafersorte, die auch für den Ökoanbau empfohlen wird, ist Magellan im Angebot der KWS.

Sommerweichweizen

Der erste Sommerweizen mit B-Qualität ist für das Züchterhaus W. von Borries-Eckendorf zugelassen worden. WPB Troy ist nach Angaben der Saaten-Union ertragsstark und gesund. Das Vertriebsunternehmen empfiehlt auch Low-Input-Anbauverfahren.Außerdem bietet die Deutsche Saatveredelung (DSV) Broca. Die neue Sommerweizensorte mit A-Qualität bringt nach Angaben des Züchtungsunternehmens ausgeglichene Blatt- und Ährengesundheit. Die Sorte ist auch als Wechselweizen für die späte Herbstaussaat zweijährig geprüft.Schließlich ist in der BSA-Liste der Neuzulassungen als Sommerweichweizen mit A-Qualität die Sorte KWS Baltrum aufgeführt. Sie weist Resistenz gegen die Orangerote Weizengallmücke auf.
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