Nulltoleranz

Immer weniger Gentechnik-Funde im Saatgut


In zwei Bundesländern haben die Behörden jeweils eine verunreinigte Partie Saatgut entdeckt. Die Proben enthielten gentechnisch verändertes Material.

Im diesjährigen Saatgut-Monitoring der Bundesländer wurde sowohl in Niedersachsen eine mit Gentechnik verunreinigte Charge Mais-Saatgut als auch in Sachsen-Anhalt eine mit Gentechnik verunreinigte Partie Sojabohnen gefunden. Verglichen mit den vergangenen Jahren ist das wenig. Im Jahr 2013 wurden beispielsweise im Mais-Saatgut mehr als 10 verunreinigte Proben, in den Jahren 2011 und 2012 sogar mehr als 20 verunreinigte Proben festgestellt.

Bessere Kontrolle gefortert

Belastete Proben werden in Deutschland aufgrund des Nulltoleranz-Prinzip sofort vom Markt genommen. Dennoch kritisiert die Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut), die geringe Anzahl der Probennahmen. Viele Saatguterzeuger würden ihr Saatgut sogar selbst testen und die Kosten dafür tragen, um sicherzugehen, dass ihre Ware einwandfrei ist. Ein staatliches Monitoring sollte nach ihrer Meinung über Stichproben hinausgehen. Die Länder-Arbeitsgemeinschaft Gentechnik, in der sich alle Bundesländer auf einen Handlungsleitfaden zur Beprobung geeinigt haben, empfiehlt rund 10 Prozent der zur Anerkennung im jeweiligen Bundesland vorgesehenen Ware zu beproben.

Die zuständigen Behörden in den Bundesländern hatten im Analysejahr zwischen Oktober 2017 und September 2018 mehr als 500 Proben aus Mais-Saatgut gezogen, aus Sojabohnen lediglich knapp 40. Die rund 240 Proben aus Raps-Saatgut waren in diesem Jahr frei von Gentechnik.

Problem der Vergangenheit

Probleme mit gentechnisch verändertem Material im Mais-Saatgut gab es vermehrt vor mehr als zehn Jahren. Unwissende Landwirte hatten das Saatgut damals sogar ausgesät, heißt es von der ZG Raiffeisen. In Baden-Württemberg zieht die ZG Raiffeisen aus jeder Charge, beziehungsweise zu jeder Lotnummer, eine Probe, teilt diese gegenüber agrarzeitung.de mit. Man wolle zu Vermarktungszwecken "hundertprozentig sicher sein", nur einwandfreies Saatgut an Landwirte zu liefern. Die Auswertung übernimmt die LTZ Augustenberg, die auch die Proben für das staatliche Monitoring auswertet.

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