Iglo hat frühzeitig die Nährwertampel auf seine Verpackung gedruckt. Ein Gericht in Hamburg hat das jetzt untersagt.
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Iglo hat frühzeitig die Nährwertampel auf seine Verpackung gedruckt. Ein Gericht in Hamburg hat das jetzt untersagt.

Der Tiefkühlkosthersteller Iglo darf seine Produkte nicht mit dem Nutri-Score auszeichnen. Das entschied das Landgericht Hamburg in einem Eilverfahren. Iglo kündigt Berufung an.

Der "Verband gegen Unwesen in der Wirtschaft" hat gegen Iglo eine einstweilige Verfügung erwirkt. Das Unternehmen darf seine Lebensmittel nicht mit dem sogenannten Nutri-Score auszeichnen, meldet LZ.net
Eine Begründung des Gerichts liegt noch nicht vor. "Wir werden Berufung zum Oberlandesgericht Hamburg einlegen, damit schnellstmöglich Rechtssicherheit in dieser wichtigen Frage hergestellt wird", sagt Sonja Schulz, Anwältin in der Kanzlei Zenk, die Iglo in dem Fall vertritt.

Der Abmahnverband stützt den Unterlassungsanspruch auf die europäische Health-Claims-Verordnung (HCVO) und das allgemeine Irreführungsverbot. Vier Packungsgestaltungen mit dem Nutri-Score wurden angegriffen. Darunter Produkte die nach dem Nutri-Score-Algorithmus mit "grün" und "gelb" bewertet wurden. Dies beinhaltet nach Auffassung des Münchener Verbandes unzulässige nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben.

"Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass wir den Wunsch der Verbraucher, nach einer transparenten, unabhängigen und leicht verständlichen Kennzeichnung erfüllen dürfen", erklärt Antje Schubert, Vorsitzende der Geschäftsführung von Iglo Deutschland, in einer ersten Reaktion.

Eine Nährwertkennzeichnung mit den Ampelfarben rot, gelb und grün wird in Deutschland bereits von Danone verwendet. Bofrost, McCain und Mestemacher wollen das System ebenfalls demnächst anwenden. In Frankreich empfiehlt die Regierung den Nutri-Score, sie besitzt die Markenrechte. Spanien und Belgien wollen das System ebenfalls als freiwillige Nährwertkennzeichnung einführen.

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