Deutsche Schweine- und Geflügelzüchter legen ihre Stall-Vorhaben aufs Eis. Die Absicht, in Neubauten oder Modernisierungen zu investieren, hat weiter abgenommen.

Seit dem Jahr 2014 sinkt der Gesamtanteil der Neubaupläne. 2014 lag er noch bei 10,9 Prozent. 2017 hatten nur noch 6,5 Prozent der befragten Tierhalter vor, Ställe zu bauen. Das geht aus Zahlen des Marktforschungsunternehmens AgriDirect Deutschland hervor, das Betriebe mit mehr als 500 Mastschweinen, 100 Muttersauen, 10.000 Legehennen oder 15.000 Masthähnchen befragt hatte. Demzufolge wollten 8,5 Prozent der Erzeuger von Masthähnchen und 5,8 Prozent der Schweinemäster 2017 in neue Ställe investieren. Viel Bewegung ist bei den Legehennenhaltern zu erkennen. 16,1 Prozent der Legehennenhalter planten dem  „Schweine- und GeflügelScanner“ zufolge,  im Jahr 2017 neue Ställe zu bauen. 2014 waren es noch 20 Prozent, während im Jahr 2016 der Wert einmal auf rund 11 Prozent abgesackt war.

Foto: Agri Direct


Den Marktforschern aus Viersen zufolge gibt es unter den Landwirten auch weniger, die in die Moderniserung ihrer Ställe investieren wollen. Im Jahr 2016 äußerten noch 5,6 Prozent der Befragten, entsprechende Pläne zu haben, 2017 waren es 4,2 Prozent. Dabei zeigten die Erzeuger von Masthähnchen mit 5,1 Prozent die stärksten Modernisierungsabsichten. Am geringsten waren diese bei den Legehennenhaltern mit 2,2 Prozent. 

Das Landvolk Niedersachsen hatte erst vor kurzem wieder auf die Konflikte mit den Anforderungen des Immissionsschutzes aufmerksam gemacht. Das betreffe alle neuen Ställe, insbesondere aber frei gelüftete Bauten. Hier müssten nach Ansicht des Landvolks dringend Zielkonflikte zwischen den Ansprüchen des Tierschutzes und den Anforderungen des Immissionsschutzes gelöst werden. Nach Meinung des Landvolks sinkt auch deshalb die Absicht, neue Ställe zu errichten. 
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