Öko-Anbau wächst - Vermarktung noch verbesserungsbedürftig

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Der ökologische Landbau in Mecklenburg-Vorpommern sei weiter im Aufwind, war das Fazit von Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) beim 1. Aktionstag des ökologischen Landbaus Mecklenburg-Vorpommern. Derzeit werden nach Angaben des Ministeriums mehr als 90.000 ha nach Öko-Richtlinien bewirtschaftet. Das sind 6,6 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche. In diesem Jahr haben 170 weitere Landwirte die Umstellung auf Ökoproduktion beantragt. In Bezug auf die Zahl der Unternehmer entspreche dies einem Zuwachs von 35 Prozent. Landwirtschaftsminister Backhaus ist optimistisch, dass sich die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Mecklenburg-Vorpommern bis zum Jahresende auf 100.000 ha ausweiten wird.

Kritische Stimmen waren aber auch auf einer Fachtagung zum Projekt "Ökoregion Vorpommern" bei Anklam zu vernehmen.Was nütze die in Vorpommern vorhandene größte Biohof-Dichte Deutschlands, wenn der zweite Schritt nicht gelinge, nämlich die Veredelung und die Vermarktung der Produkte. In Vorpommern gäbe es beispielsweise keinen Öko-Schlachthof, kritisierten Bio-Bauern. Backhaus entgegnete, dass jetzt stillgelegte Schlachtbetriebe des Landes auf eine solche Eignung geprüft würden. Die Einrichtung mobiler Schlachthöfe scheitere an der Nichtförderung durch die EU. Um Schweine nach Bionormen zu schlachten, müssen sie derzeit noch nach Schleswig-Holstein oder Hessen transportiert werden. (ED/Bm)
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