Unternehmen, die Öko-Produkte handeln und verarbeiten, versuchen derzeit zu prüfen, inwiefern sie Ware aus Italien bezogen haben, die mit den Betrugsfällen in Verbindung steht. Allmählich werden die Informationen konkreter, welche Produkte italienische Händler mit falschen Zertifikaten zu Öko-Ware umgemünzt haben. Italienische behörden haben die Listen mit den Nummern der gefälschten Öko-Zertifikate an die deutschen Behörden weitergegeben. Nun gelangen die Prüfnummern über die Kontrollstellen an die Unternehmen.

Nach Informationen der italienischen Branchen-Vereinigung Assobio handelt es sich möglicherweise um Gerste, Mais, Weizen, Ackerbohnen, Leinsamen, Hirse, Haferflocken, Alfalfa, Futtererbsen, Raps, Weizen, Sojabohnen, Sonnenblumen oder auch Kartoffeln. Mit diesen Produkten nämlich handelt das Unternehmen Sunny Land, das konventionelle Ware nach Italien importiert haben soll und mit Hilfe einer italienischen Öko-Kontrollstelle als Öko-Ware deklariert haben soll. Die kriminellen Aktivitäten hätten seit 2007 stattgefunden, berichtet bio-markt.info, und sei über ein Netz weiterer Handelsfirmen verschleiert worden. Obst und Gemüse seien nicht betroffen. Gesundheitsgefahr gehe von den Produkten aus konventioneller Produktion nicht aus, betont Assobio. (az)
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