Der Umsatz mit kontrolliert ökologisch erzeugten Lebensmitteln hat 2012 erneut zugelegt. Die Entwicklung der Anbauflächen in Deutschland bleibt dahinter zurück.

In Deutschland erzielte der Handel mit Öko-Lebensmitteln ein Umsatzplus von 6 Prozent, so die Branchenbilanz zur Eröffnung der Biofach-Messe in Nürnberg. Ingesamt wurden 2012 für 7,04 Mrd. € kontrolliert ökologisch erzeugte Lebensmittel verkauft, nach 6,64 Mrd. € im Jahr zuvor. Die Hälfte des Umsatzes entfällt auf den Lebensmitteleinzelhandel, 31 Prozent auf den Naturkostfachhandel und 18 Prozent auf sonstige Verkaufsstellen wie Wochenmärkte und den Ab-Hof-Verkauf.

Hinter den Möglichkeiten zurückgeblieben allerdings ist die Entwicklung des Öko-Anbaus in Deutschland. „Bio-Markt ist wie ein Auto mit den Verbrauchern als starkem Motor und den politischen Rahmenbedingungen als angezogene Handbremse. Nun muss die Politik die Bremsen lösen und alle Register ziehen, um das Wachstum des Ökolandbaus zu beschleunigen", so kommentiert Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die Entwicklung. Denn die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Deutschland legte nur um 2,7 Prozent zu.

Große Hoffnungen hegt Löwenstein in Zusammenhang mit den Beschlüssen des EU-Rats zur Agrarreform. Seiner Ansicht nach hat Deutschland nun die Mittel in der Hand, die Ausweitung des Öko-Landbaus anzuschieben. Er fordert: „Die Bundesregierung muss jetzt von der Möglichkeit Gebrauch machen, 15 Prozent der Mittel aus der ersten in die zweite Säule zu transferieren, um damit Agrarumweltmaßnahmen und die Entwicklung des Ökologischen Landbaus voranzutreiben." (brs)
stats