Bio-Böden können Wasser besser aufnehmen und speichern. So gelangt bei Starkregen weniger Wasser in Bäche und Flüssen. Zu diesem Ergebnis kommt die „Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt“ (KBU) in einer aktuellen Untersuchung. Demnach ist das Wasserrückhaltepotenzial von ökologisch bewirtschafteten Flächen deutlich höher als das von konventionell bewirtschafteten Flächen: Auf Bio-Äckern versickert doppelt so viel Wasser.

Eine Ausdehnung des Biolandbaus allein aus Gründen des Hochwasserschutzes fordert darum Jan Plagge, Präsident des Öko-Anbauverbands Bioland: „Dies käme auch den Steuerzahler weitaus günstiger, als allein auf teuren technischen Hochwasserschutz zu setzen.“

Auch nach Auffassung der KBU sollte die erhöhte Infiltrationsleistung des Biolandbaus in politisches Handeln umgesetzt werden und der Ökologische Landbau gezielt mit ausreichenden Anreizen gefördert werden. Die Kommission schlägt vor, als Kompensation von Flächenversiegelungen, die doppelte Fläche auf ökologische Landwirtschaft umzustellen.

Hauptgrund für die hohe Speicherkapazität sind erhöhte Anteile von groben Bodenporen, die auf Biobetrieben das Wasser schnell in tiefere Bodenschichten transportieren. Die erhöhte Regenwurmpopulation unter Biobewirtschaftung spielt dabei eine zentrale Rolle. Somit leistet der Biolandbau einen wichtigen Beitrag, die Gefahr von Hochwasser und Bodenerosion zu mindern.
Landwirtschaftliche Böden stellen etwa die Hälfte der für Versickerung und Wasserspeicherung zur Verfügung stehenden Landfläche. Verminderte Wasserspeicherfähigkeit der landwirtschaftlich genutzten Böden kann bei ungünstigen Witterungsverhältnissen zu verstärktem Oberflächenabfluss und damit stärkerer Bodenerosion und lokalen Überschwemmungen führen. (brs)
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