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Die gegenwärtige hohe Nachfrage nach Produkten aus kontrolliert ökologischer Erzeugung erfreut Öko-Produzenten. Die enge Rohstoffbasis bereitet den Vermarktern Sorgen. Ungeachtet dessen wollen Erzeuger wie Vermarkter Potenziale bei der Profilierung nutzen. Dies wurde bei der Jahrestagung des DLG-Arbeitskreises Bio-Produktion und Vermarktung in dieser Woche in Hessen deutlich. Sollten beispielsweise die Erntemengen in diesem Jahr gering ausfallen, werden sich die hohen Preise für Futter- und Brotgetreide negativ auf die Öko-Veredelungsbetriebe auswirken, erläuterte Biolandwirt Johannes Werner Etzel aus dem hessischen Wehrheim die Marktlage. Veredelungsbetriebe könnten Preiserhöhungen kaum weitergeben, weil der Biomarkt auf Preisschwankungen sehr sensibel reagiere. Teure Betriebsmittel wie Diesel und organische Düngemittel drückten die Rentabilität.

Biolandwirt Peter Großmann-Neuhäusler aus dem bayerischen Pasenbach machte deutlich, dass die Konkurrenz mit Anbietern aus dem Ausland stark zugenommen hat. Insbesondere im Verarbeitungsbereich steige der Wettbewerb mit Billiglohnländern aus Osteuropa und sogar aus China. Der Vorsitzende des DLG-Arbeitskreises schilderte insbesondere für den Biogemüsebau den Mangel an Saisonarbeitskräften als ernstes Problem. In England, Italien und den Niederlanden könnten Saisonarbeitskräfte ohne Auflagen arbeiten.

Hoffnung setzt Großmann-Neuhäusler darauf, dass nach der neuen EU-Öko-Verordnung der Produktionsstandort für die verwendeten Rohstoffe angegeben werden muss. Das könne einen Vorteil für die heimische Produktion bedeuten. (brs)

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