Die immer weiter aufgehende Schere zwischen Angebot und Nachfrage in Deutschland ist Fakt. Das belegt der Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) heute beim Medientag der Biofach mit Zahlen. Die Nachfrage in Deutschland ist in vergangenen Jahr um 4,8 Prozent gewachsen auf knapp 8 Mrd. €. Die Zahl der Öko-Betriebe hat ebenso wie die ökologisch bewirtschaftete Fläche um weniger als 3 Prozent zugelegt.

„Diese Entwicklung können wir uns nicht dauerhaft leisten“, betont BÖLW-Vorsitzender Dr. Felix Prinz zu Löwenstein. Löwenstein beobachtet ein wachsendes Interesse von Landwirten an einer Beratung für die Umstellung, weil sie Chancen im Markt erkennen. Seitens der Politik sei aber zu wenig Rückenwind zu spüren. Löwenstein kritisiert sowohl die unzureichende Förderung in den Bundesländern als auch die Unsicherheit durch die drohende Totalrevision der EU-Öko-Verordnung.

„Der Ökolandbau ist und bleibt eine Wachstumsbranche", konstatiert auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) in Berlin. Auch der Minister stellt fest, dass „das Potenzial hier noch lange nicht ausgeschöpft" sei. Er appelierte an die Landwirte und die Branche stärker auf Bioprodukte aus der Region zu setzen. In Sachen Revision der EU-Ökoverordnung stellte das Bundeslandwirtschaftsministerium klar, sich in Brüssel für Neuregelungen „nur im erforderlichen Umfang“ einzusetzen, um vor allem auch kleinere und mittlere Betriebe nicht zu sehr zu belasten.

Die Umsätze im Naturkostfachhandel stiegen unterdessen im vorigen Jahr um fast 10 Prozent verglichen mit eine Wachstum im konventionellen Lebensmittelhandel von weniger als 2 Prozent. Elke Röder, Geschäftsführerin des Bundesverbands Naturkost Naturwaren beschreibt die Erfolge des Naturkostfachhandels im Vorfeld der Biofach. Denn der Verbraucher habe noch immer besonders hohes Vertrauen in die Kompetenz des Naturkostfachhandels. (brs)
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