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In Sachsen-Anhalt haben die Interessenverbände und das Magdeburger Landwirtschaftsministerium anhaltend Differenzen wegen der "Agrarwende", die das Bundeslandwirtschaftsministerium anstrebt. Der Geschäftsführer des Landesbauernverbandes, Karl-Friedrich Kaufmann, sprach sich zwar gegenüber der Volksstimme für eine Neuorientierung der Landwirtschaft aus. Aber Deutschland dürfe keine "Öko-Insel" werden. Kaufmann warnte in diesem Zusammenhang vor einer einseitigen Förderung des Öko-Landbaus. Es dürfe keine finanzielle Benachteiligung der konventionellen Landwirtschaft geben.

Auch der sachsen-anhaltinische Landwirtschaftsminister, Konrad Keller, wandte sich gegen den Begriff Agrarwende. Der erwecke den Eindruck, als sei bisher alles falsch gelaufen. Nach Meinung des Landwirtschaftsministers wird aber letztlich der Verbraucher entscheiden, welchen Anteil der ökologische Landbau bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln künftig einnimmt.

Die Landesvorsitzende des Naturschutzbundes Deutschland, Helene Helm, regte dagegen an, die sich jetzt bietende Chance zur Verwirklichung der Agrarwende wahrzunehmen. (Bm)
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