Ölmühlen verteidigen Termingeschäfte

Warenterminbörsen funktionieren nur mit einem sicheren Handelsvolumen. Nach Ansicht des deutschen Ölmühlenverbandes Ovid sind hierfür Finanzinvestoren erforderlich. Deren Nachfrage schaffe erst die Liquidität, die Landwirte, Händler und die verarbeitende Industrie zur Absicherung ihrer Rohstoffgeschäften an der Börse brauchen. Deswegen wendet sich der Verband gegen Vorschläge aus der Politik, eine Mindesthaltepflicht für Termingeschäfte oder die Hinterlegung mit ausreichend physischen Rohstoffen vorzuschreiben. „Zusätzliche grundlegende Limitierungen von Marktteilnehmern lähmen das Sicherungssystem der Warenterminbörsen und stellen es damit generell in Frage", mahnt der Ovid-Vorsitzende Wilhelm F. Thywissen. Könnten die Unternehmen jedoch ihre Geschäfte nicht mehr an der Börse absichern, würde sich der Agrarhandel erst recht zum „Spekulationsgeschäft" entwickeln.

Der Verband reagiert mit der Stellungnahme auf politische Überlegungen in Berlin und Brüssel. Zurzeit werden die Richtlinien zu Märkten für Finanzinstrumente (MiFID) und Marktmissbrauch (MAD) überarbeitet. Außerdem ist eine EU-Verordnung zu Derivaten geplant. Eine stärkere Regulierung würde auch den Handel mit agrarischen Rohstoffen betreffen. Hier wird die Diskussion angeheizt durch den jüngsten Preisanstieg für Agrarrohstoffe, den einige Beobachter auf die zunehmende Finanzspekulation zurückführen. Gegen diesen Vorwurf wehren sich allerdings zunehmend die Agrarverbände. (db)
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