Biokraftstoffpolititik

Ölsaatenverbände fürchten um Rapsanbau

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) und der französiche Ölsaatenverband (FOP) machen sich dafür stark, Biokraftstoffe aus Ölsaaten, Getreide und Zucker in der Erneuerbare Energien-Richtlinie ab 2020 unverändert zu fördern. Nur so ließen sich die ehrgeizigen EU-Ziele zur Nutzung erneuerbarer Energien für 2030  erreichen, erklärten beide Verbände nach Gesprächen am Mittwoch in Berlin. Sie reagierten auf Vorschläge der EU-Kommission, die Beimischungsziele anzupassen (siehe Kasten).

Winterpaket der Kommission
UFOP und FOP reagieren mit ihrer Stellungnahme auf die energiepolitischen Vorschlägen der Europäischen Kommission. In ihrem "Winterpaket" hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, die Beimischung von Biokraftstoffen der ersten Generation von 7 Prozent im Jahr 2020 auf 3,8 Prozent im Jahr 2030 abzusenken. (az)
Für die beiden Organisationen darf die Entwicklung im Bereich Erneuerbarer Energien die bereits heute eingesetzten erneuerbaren Biokraftstoffe aus Raps nicht gefährden. Denn der Rapsanbau liefere auch Proteinfuttermittel. Biokraftstoffe der zweiten Generation sollten ergänzend gefördert werden.

Zuvor hatte die Universität Hohenheim eine Studie vorgestellt, deren Auftraggeber unter anderem UFOP und FOP sind. Ergebnis der  Forschung zu den „Auswirkungen politischer Beschlüsse auf Biokraftstoffe und Rohstoffmärkte“ von Professor Dr. Jürgen Zeddies ist, dass eine politisiche Abkehr von Biokraftstoffen der ersten Generation die Erreichung der Klimaschutzziele erschweren, den Verbrauch konventioneller Kraftstoffe erhöhen und nicht zuletzt den Verlust wichtiger Futtergrundlagen und Wertschöpfung für die deutsche Landwirtschaft nach sich ziehen würde. Das führe zu einem Rückgang der Rapsanbaufläche in ganz Europa.

UFOP und FOP warnen: Zweite Generation weder ausreichend, noch sicher

Biokraftstoffe der zweiten Generation würden erst in einigen Jahren in einem signifikanten Umfang zur Verfügung stehen. Ihre Rentabilität sei zudem bisher nicht erwiesen. UFOP und FOP betonen ebenfalls, dass die Biokraftstoffe der ersten Generation ein hohes Maß an Nachhaltigkeit widerspiegeln. (az)
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