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Der Agrarexperte des österreichischen Wirtschaftsforschungsinstitutes (Wifo), Franz Sinabell, erwartet, dass der Erzeugermilchpreis bis zum Jahr 2007 weiter sinken wird. Die österreichischen Milchviehbetriebe seien im internationalen Vergleich zu klein, auch wenn es zu einer erwarteten Verdopplung der durchschnittlichen Molkereianlieferung je Betrieb auf etwa 90.000 t komme, gab der WIFO-Experte zu bedenken. Sinabell hält die Forderung der IG Milch, den Erzeugerpreis von derzeit netto 26 bis 28 Cent/kg auf 35 Cent zu erhöhen bis September 2005, für unrealistisch. Die IG Milch, die rund 4.000 Mitglieder hat, verlangt zudem eine weitere Anhebung auf das Niveau von 40 Cent je kg bis September 2006. Sollte diese Forderung nicht erfüllt werden, werde man mit gleichgesinnten Gruppierungen europaweit einen Milchlieferboykott durchführen, kündigte IG Milch-Obmann Ewald Grünzweil an.

Auch von Molkereivertretern waren diese Forderungen als unerfüllbar bezeichnet worden. Österreich könne sich nicht von den anderen europäischen Ländern abkoppeln, eine Insellösung wäre auch auf Grund der Exportabhängigkeit der heimischen Milchwirtschaft unrealistisch, wurde betont. Angesichts der aktuellen internationalen Entwicklung auf den Milchmärkten sowie den Vorgaben durch die Reform der EU-Agrarpolitik sei es "nicht zielführend, übertriebene Erwartungshaltungen bei den Bauern zu schüren", stellt die Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) fest. (AIZ)

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