Österreichs Landwirte werden die nationale Milchquote 2010/11 voraussichtlich überliefern. Dies ergeben jüngste Berechnungen der Agrarmarkt Austria (AMA). Die Überschreitung von knapp 29.000 t zeichnete sich bereits in den vergangenen Monaten ab und ist laut AMA nicht auf die Menge, sondern in erster Linie auf den höheren Fettgehalt der angelieferten Rohmilch zurückzuführen. Aus der Überschreitung der Quote resultiere eine Zusatzabgabe von 7,95 Mio. €, die an die EU abzuführen ist.

Die AMA geht in ihren Berechnungen für das gesamte Milchjahr (1. April 2010 bis 31. März 2011) von einer nationalen Quote für Lieferungen (A-Quote) in der Höhe von 2.816.826 t aus. Tatsächlich wurden laut vorläufigen Zahlen 2.806.939 t Milch an die heimischen Molkereien und Käsereien geliefert. Damit wurde zwar das Vorjahresniveau um 3,5 Prozent übertroffen, aber die A-Quote noch nicht überschritten. Die eigentliche Überlieferung resultiere aus der so genannten „Fettkorrektur": Der österreichischen Anlieferungsquote wurde von der EU ein Referenzgehalt von 4,04 Prozent Fett zugrunde gelegt. Tatsächlich belief sich der durchschnittliche Fettgehalt im abgelaufenen Quotenjahr voraussichtlich auf 4,20 Prozent. Daher ist zur vorläufigen Anlieferungsmenge noch eine Fettkorrektur von 38.460 t hinzuzurechnen, woraus sich eine Gesamtmenge von 2.845.399 t und somit die vorläufige saldierte Überlieferung in der Höhe von 28.573 t ergibt. Auf Basis der endgültigen Daten je Lieferant (Meldefrist: 15. Mai 2011) kann es noch zu einer kleineren Fettkorrekturmenge um schätzungsweise 5.000 bis 8.000 t kommen und damit auch zu einer geringeren Überschussabgabe, so das Agrarische Informationszentrum (AIZ), Wien. (az)
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