In Österreich wird zu viel Milch erzeugt. Es droht die Zahlung einer Zusatzabgabe. Die Agrarmarkt Austria hat kürzlich ihr zweites „Milchbarometer" für die Anlieferungen im Quotenjahr 2011/12 veröffentlicht. Demnach haben die heimischen Milchbauern ihre Referenzmengen im Zeitraum April bis Oktober bereits um 62.411 t überschritten, berichtet das Agrarische Informationszentrum (AIZ), Wien. Bis Ende September machte die Überlieferung „nur" 53.542 t aus, die Tendenz zur höheren Anlieferung habe sich also verstärkt. Bis Ende des Quotenjahres im März 2012 besteht aber noch eine Möglichkeit, den derzeitigen Trend zu korrigieren.

AMA geht in ihrer Prognose von einer nationalen Quote für Lieferungen (A-Quote) für den Zeitraum Anfang April 2011 bis Ende März 2012 in der Höhe von 2.846.826 t aus. In dieser Zahl ist auch die - auf EU-Ebene festgelegte - jährliche 1-prozentige Quotenaufstockung berücksichtigt. Die Anlieferungsmenge der heimischen Milchbauern lag im Berechnungszeitraum Anfang April bis Ende Oktober 2011 bei 1.716.591 t. Auf Grund des gegenüber dem Referenzwert höheren Fettgehalts der angelieferten Milch erhöht sich diese Menge um 7.516 t, woraus eine fettkorrigierte Anlieferung von 1.724.108 t resultiert. Nachdem die anteilige A-Quote für diesen Zeitraum nur 1.661.697 t ausmacht, ergibt sich daraus eine saldierte Überlieferung von 62.411 t oder 3,8 Prozent. Für Quotenüberschreitungen hat die EU eine Zusatzabgabe von 27,83 Cent/kg Milch festgelegt. Demnach ergibt sich bis Ende Oktober bereits eine Superabgabe von 17,4 Mio. €, so AIZ weiter. (az)
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