Ost-Ausschuss

„Neue Agenda“ für Zusammenarbeit mit Russland


Positionspapier schlägt intensive Wirtschaftskooperationen auf 15 Zukunftsfeldern mit Russland vor. Europäer müssten enger miteinander kooperieren.

 Der Ost-Ausschuss – Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft (OAOEV) schlägt eine „Neue Agenda“ für die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland, der EU und Russland vor. “Wir leben in einem Jahrhundert, das kein europäisches, sondern ein asiatisches sein wird. Umso mehr sind wir darauf angewiesen, dass wir als Europäer enger miteinander kooperieren. Russland ist hier ein unverzichtbarer Partner”, sagte der OAOEV-Vorsitzende Wolfgang Büchele bei der Vorstellung des Positionspapiers. Es gehe darum, über die gravierenden tagespolitischen Konflikte hinaus den Blick auf gemeinsame Ziele zu öffnen und wieder eine positive Zukunftsvision zu entwickeln. „Um die Zukunft gemeinsam zu gestalten, brauchen wir eine gemeinsame Strategie, eine neue Agenda für die europäisch-russischen Beziehungen”, so Büchele.

Viel Potenzial bei Agrarwirtschaft und Rohstoffsicherheit

Das Papier erläutert Themenfelder, auf denen eine Zusammenarbeit mit Russland bereits stattfindet und großes Potenzial verspricht. Dazu gehören u.a. Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitsproduktivität, zur Digitalisierung der Wirtschaft, Agrarwirtschaft und Klimaschutz, sowie die Energie- und Rohstoffsicherheit. „In allen Feldern können innovative Unternehmen aus der EU und Russland gemeinsam an Lösungen arbeiten. Und zum Teil tun sie dies bereits heute sehr erfolgreich”, betonte Büchele. Als Beispiel nennt er die Digitalisierung. „Russland ist mit rund 90 Millionen Nutzern der größte E-Commerce-Markt Europas. Das Land hat Internet-Konzerne, die auf Augenhöhe mit amerikanischen und chinesischen Anbietern agieren. Hier sollten wir die Zusammenarbeit stärken”. Ein riesiges, gemeinsames Arbeitsfeld sei auch der Agrar- und Ernährungssektor: „Russland ist der wichtigste Getreideproduzent in Europa und spielt eine enorme Rolle für die Welternährung. Gemeinsam können wir klimaresistente Pflanzen entwickeln, um die Ernteerträge zu steigern und die Folgen des Klimawandels zu begrenzen”, erläuterte Büchele. Im Bereich der angewandten Forschung sieht Büchele für die EU und Russland erheblichen Verbesserungsbedarf: „Oft schaffen europäische Erfindungen in abgewandelter Form erst in den USA den Marktdurchbruch. Wir müssen als Europäer besser darin werden, marktfähige Produkte zu entwickeln. Auch hier können wir hervorragend mit den russischen Kollegen zusammenarbeiten.” Büchele erhofft sich von dieser ‚neuen Agenda’ einen positiven Impuls, der einmal den Blick über die tagespolitischen Blockaden hinaus öffnet.

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