Durch den Wegfall der Beizmöglichkeiten mit Neonicotinoiden müssen Rapsanbauer ihre Bestände besonders im Blick haben. Der Schädlingsdruck wächst.

Forscher haben deshalb die Biologie des Erdflohs genauer untersucht. In einem dreijährigen Projekt des Julius-Kühn-Instituts, das von der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop) gefördert wurde, haben Wissenschaftler den Rapserdfloh genauer unter die Lupe genommen. Das Ziel: Prognosen zu Auftreten und möglichen Schäden sowie die Bekämpfung zu optimieren.

Schadpotenzial von Klimafaktoren abhängig

Früh einwandernde Käfer zeigen ein deutlich höheres Schadpotenzial durch eine höhere Eiablage auf. Damit verbunden ist auch ein signifikant höherer Larvenbefall vor dem Winter, so ein Ergebnis der Forscher. Die Larven, die sich bevorzugt in älteren Blattstielen aufhalten, um sich vor Fraßfeinden zu schützen, sind jedoch die größere Bedrohung für die jungen Rapsbestände. Laut den Forschern zeigt ein hoher Larvenbesatz einen signifikanten Einfluss auf Auswinterungsverluste und auch den Bedeckungsgrad, wobei früher Befall in Kombination mit einem harten Winter die stärksten Auswirkungen zeigte. Dies gilt auch mit Blick auf die Ertragsverluste. In einem Versuch wurden Ertragsverluste bis zu 25 Prozent in einem Versuchsjahr festgestellt. Der Larvenbefall und das mögliche Schadpotenzial müssen aber immer im Kontext biotischer und abiotischer Faktoren gesehen werden. Denn der Raps kann Pflanzenschäden mitunter recht gut kompensieren.

Die Bekämpfungsmöglichkeiten gegen den Rapserdfloh sind sehr eingeschränkt, da neonicotinoide Beizen verboten sind. Die Vernarbungen, die durch den Larvenbefall verursacht werden, bieten nach den Ergebnissen der Forscher gute Hinweise, ob eine Bekämpfung notwendig ist. Zeigt die Larvenbonitur im Dezember weniger als fünf Vernarbungen pro Pflanze, besteht nur ein geringes Risiko und eine Bekämpfung ist nicht nötig. Werden mehr als vier Vernarbungen pro Pflanze gezählt, sollten Maßnahmen erwogen werden, so die Empfehlung der Wissenschaftler.

Begrenzte Möglichkeiten im Pflanzenschutz

Auch die Bekämpfung mit chemischen Pflanzenschutzmitteln wurde untersucht. Mit einer Karte Zeon-Applikation auf Basis des Wirkstoffs lambda-Cyhalothrin zum Zeitpunkt der Eiablage, nach dem rund 50 Käfer innerhalb von drei Wochen in der Gelbschale zu finden waren, wurden Larvenbefall und Jungkäferschlupf zwischen 80 und 90 Prozent reduziert. Eine recht gute Bekämpfung ist auch mit Pyrethroiden möglich. Späte Spritzungen haben eine höhere Dauerwirkung, da die Wirkung der Pyrethroide bei wärmeren Temperaturen schnell nachlässt. Allerdings sollte die Resistenzentwicklung gegenüber Pyrethroiden beachtet werden.

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