Pflanzenschutz

Bayer wartet mit sieben neuen Mitteln auf


Die Zulassungssituation mit vielen Befristungen bereitet Bayer Crop Science Deutschland Sorgen. Der generellen Kritik am Pflanzenschutz will das Unternehmen mit noch mehr Dialog begegnen. 

„Der Dialog mit der Gesellschaft ist wichtiger denn je“, erklärte Peter R. Müller, Geschäftsführer der Deutschlandorganisation, heute in Hannover vor Journalisten.  „Wir können noch so viel in Forschung und Entwicklung investieren, aber wenn der gesellschaftliche Rückhalt fehlt, kommen Innovationen nicht zur Anwendung.“  Müller setzt dabei verstärkt auf den Dialog im Rahmen des Forward Farming Konzepts mit den Schwerpunkten Biodiversität, Bienengesundheit, Gewässer- und Anwenderschutz.

Im Markt sei Bayer Crop Science sehr gut aufgestellt. Die Integration von Monsanto laufe gut. Die Spekulationen, ob Bayer ein Übernahmekandidat sein könnte, sieht Müller gelassen. „Die Geschäftsentwicklung zeigt nach oben und reflektiert nicht den aktuell niedrigen Börsenkurs. Die Verfahren um Roundup sind außerdem von einer Übernahme unabhängig.“  Hinzu komme, dass Bayer ein integrierter Life-Science-Konzern sei. Ein Käufer müsse entweder alles nehmen oder sich die Mühe machen, den Konzern aufzuspalten. Letzteres ist seiner Erfahrung nach mit einem „enormen Aufwand“ verbunden.

Bayer wehrt sich gegen Befristungen 

Unzufrieden zeigte sich Müller mit der Zulassungssituation und den zahlreichen befristeten Zulassungen. Das sei nicht rechtens, sagte er gegenüber agrarzeitung.de. Eine Zulassung müsse eine Zulassung sein, eine teilweise gebe es nicht. Das sei ein rein politischer Schlagabtausch zwischen dem Bundeslandwirtschafts- und dem Bundesumweltministerium. Inzwischen hat Bayer gegen die Befristungen Widerspruch eingelegt.
In die aktuelle Pflanzenschutzsaison in Deutschland startet Bayer Crop Science dennoch optimistisch. Marketingleiter Dr. Jörg Weinmann rechnet  nach dem witterungsbedingten Rückgang 2018 wieder mit einem höheren Absatz in diesem Jahr.  So werde der Einsatz an Getreidefungiziden um 20 Prozent  und der an Kartoffel-Fungiziden um 15 Prozent steigen, prognostiziert Weinmann. Voraussetzung sei aber ein normal feuchtes Frühjahr. Angesichts der rückläufigen Rapsfläche erwartet er einen um 15 Prozent geringeren Verbrauch an Rapsfungiziden. Mit Blick auf den Herbizidbedarf sei jedoch noch nicht klar, wie viele Nachbehandlungen im Getreide anstehen. Er erwartet nur ein geringes Plus.

Für die Landwirte stehen i n diesem Jahr weitere Möglichkeiten im Pflanzenschutz zur Verfügung.  Sieben neue Mittel hat Bayer in der Pipeline: zwei Getreidefungizide, ein Wachstumsregulator, ein Biostimulanz  zur Saatgutbehandlung im Getreide sowie Produkte zur Pflanzgutbehandlung von Kartoffeln und zur Schneckenbekämpfung.

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