Pflanzenschutz

Technik und Digitalisierung bieten Chancen


Der IVA sieht den Pflanzenschutz in der deutschen Landwirtschaft vor grundlegenden Veränderungen.  Innovationen sind nach Auffassung des Verbandes immer schwieriger zu entwickeln und gleichzeitig unverzichtbar für mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft.

„Der Markt für Pflanzenschutzmittel in Deutschland ist im Jahr 2018 weiter geschrumpft“, erklärte Dr. Helmut Schramm am Donnerstag in Berlin. Doch für die produktive Landwirtschaft seien die Mittel auch in Zukunft unverzichtbar, warb der Präsident des Industrieverbandes Agrar (IVA). Dafür nötig seien auch neue Mittel, um ältere zu ersetzen, sagte er im Rahmen eines gemeinsamen Pressegesprächs mit der Umweltorganisation WWF-Deutschland am Rande der Internationalen Grünen Woche (IGW).

Hohe Hürden für innovative Produkte
Viele Substanzen seien in den vergangenen Jahren vom Markt verschwunden, innovative Mittel nur in geringem Umfang entwickelt worden, führte Schramm aus.  Doch die Entwicklung werde immer schwieriger. Von der ersten Synthese eines neuen Wirkstoffs bis zur Marktreife würden etwa 11 bis 12 Jahre vergehen. Dabei seien hohe regulatorische Anforderungen zu bewältigen und große Investitionen in Forschung sowie Entwicklung zu leisten.  


Landwirtschaft und Bioduiversität schließen sich nicht aus
Mit Blick auf den intensiv diskutierten Rückgang der Artenvielfalt betonte Schramm, dass eine produktive Landwirtschaft und der Schutz der Biodiversität sehr wohl vereinbar seien. Allein der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz würde einen möglichen Rückgang der Insektenpopulation aber nicht aufhalten können. Wären die Landwirte gezwungen, auf moderne Mittel zu verzichten, würde dies kein Problem lösen, sondern vielmehr neue schaffen, zeigte er sich überzeugt. Die Digitalisierung sowie neue Techniken in der Anwendung böten enorme Chancen für mehr Nachhaltigkeit, so Schramm. Zusammen mit ständig verbesserten Düsen würden GPS und Satellitendaten den Landwirten helfen, die Mittel noch genauer auszubringen und damit auf das absolut notwendige Minimum zu reduzieren.   
Für die Geschäftsentwicklung der Branche präsentierte der IVA-Präsident ernüchternde Zahlen. So habe sich der Umsatz der deutschen Pflanzenschutzindustrie im Jahr 2018 im vierten Jahr in Folge verringert. Als eine der Hauptursachen im vergangenen Jahr nannte er die ausgeprägte Dürre im Sommer. Im Vergleich zum Höchststand im Jahr 2014 habe sich der Umsatz im Inland um rund 20 Prozent auf zuletzt 1,28 Mrd. € verringert.

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