Pflanzenschutz und Saatgut

Syngenta will mit Neuheiten punkten


Das Portfolio von Syngenta verkleinert sich durch Kartellauflagen. Die deutsche Organisation erwartet aber keine nennenswerten Einbußen. Viel größer ist die Sorge wegen der unkalkulierbaren Zulassung.

 

Seit 2017 gehört Syngenta zu ChemChina. Als Konsequenz dieser Übernahme musste Syngenta zahlreiche Pflanzenschutzprodukte an Adama abtreten. Dennoch rechnet Dr. Manfred Hudetz, Geschäftsführer der Syngenta Agro GmbH, nicht mit nennenswerten Einbußen. „Die Auswirkungen auf das Geschäft sind sehr überschaubar“, sagte er am Mittwoch bei einer Presseveranstaltung in Frankfurt am Main.

Zur Begründung beschrieb er die Situation bei den wichtigen Carboxamid-haltigen Getreidefungiziden. Syngenta tritt zwar Produkte auf Basis des Wirkstoffs Isopyrazam (Seguris, Bontima) an Adama ab, verfügt aber mit Solatenol über einen neueren Wirkstoff. Diese Getreidefungizide unter der Dachmarke Elatus seien 2017 „sehr erfolgreich“ am Markt eingeführt worden, so Hudetz.

Außerdem ist kürzlich mit Avoxa ein neues Getreideherbizid zugelassen worden, von dem sich Syngenta ebenfalls viel verspricht. „Die Witterung der kommenden Wochen ist für unser Geschäft 2018 wesentlich entscheidender als die Veränderungen im Portfolio“, verdeutlichte Hudetz die Erwartungen. Darüber hinaus ist das Sortenangebot bei Hybridgerste und Qualitätsweizen größer geworden. Frisch zugelassen hat das Bundessortenamt in dieser Woche die beiden Hybridgersten SY Galileoo und SY Baracooda.

„Die Witterung der kommenden Wochen ist für unser Geschäft entscheidender als die Veränderungen im Portfolio.“
Dr. Manfred Hudetz, Geschäftsführer der Syngenta Agro GmbH, 
Große Sorgen bereitet der Geschäftsleitung hingegen die Ausdünnung von Wirkstoffen. Hudetz klagte über den anhaltenden Zulassungsstau in Deutschland, bei dem auch noch keine Auflösung in Sicht sei. Er mahnte an, das deutsche Kompetenzgerangel zwischen den Ressorts Agrar und Umwelt und die Instrumentalisierung des Zulassungsverfahrens für umweltpolitische Ziele zu beenden. Außerdem gefährden nach Auffassung von Syngenta „zunehmend theoretisch konstruierte Prüfrichtlinien“ die Zukunftsfähigkeit einer ganzen Branche. Als Beispiel nannte Hudetz Vorschriften, um die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf Bienen zu prüfen.

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