Pflanzenschutzindustrie

Pflanzenschutzmarkt wird neu aufgeteilt


Drei deutsche Pflanzenschutzanbieter treten zur Saison mit deutlich verändertem Portfolio an. Gestärkt ist Nufarm, Adama schichtet um. Syngenta erklärt nächste Woche seine Strategie.


Die veränderten Gewichte am deutschen Pflanzenschutzmarkt sind die Folge der Konsolidierung am globalen Markt. Die internationalen Kartellbehörden, allen voran die EU-Kommission, haben den Verkauf des Schweizer Pflanzenschutzmittel- und Saatgutanbieters Syngenta an den chinesischen Staatskonzern ChemChina an hohe Auflagen geknüpft. Grund ist, dass auch der Pflanzenschutzanbieter Adama zu ChemChina gehört. Adama und Syngenta treten zwar unabhängig voneinander am Markt an. Besonders die EU-Kommission hat dennoch in einigen Segmenten verlangt, dass sich Adama und Syngenta von zahlreichen Produkten in Europa trennen, um eine zu starke Marktposition unter dem gemeinsamen ChemChina-Dach zu verhindern.

Nufarm ist ein großer Gewinner der Konsolidierung

Ein großer Gewinner dieser Bereinigung ist Nufarm. Das australische Unternehmen hat einen Großteil der Pflanzenschutzmittel des „Century Portfolios“ übernommen, das Adama und Syngenta abgeben mussten. Diesen Deal hat die EU-Kommission in der vorigen Woche endgültig abgesegnet.
In Deutschland bietet Nufarm jetzt die Markenprodukte Ampera, Bromotril, Bulldock, Calma, Orius, Orius Universal, Sombrero, Sulcogan und Sword an. Außerdem sind im „Century Portfolio“ fungizide Fertigformulierungen und insektizide Beizwirkstoffe für den Rübenanbau enthalten, die sich im Zulassungsverfahren befinden. Damit kann Nufarm, bislang ein starker Anbieter von Herbiziden, neue Segmente im Markt für Fungizide- und Insektizide sowie Beizmittel und Wachstumsregler besetzen.

Adama wird von Syngenta entschädigt

Für Adama wiederum ist der Aderlass an Nufarm durch Produkte von Syngenta ausgeglichen worden. Der israelische Adama-Konzern teilt jetzt mit, dass die im Oktober 2017 bekanntgegebene Übergabe von Vertriebsrechten in vollem Gange ist. „Das von Syngenta an Adama übertragene Portfolio ist von ähnlicher Art und von wirtschaftlichem Wert wie das an Nufarm veräußerte Portfolio“, heißt es dazu. Daher rechnet Adama nicht mit Umsatzeinbußen als Folge der Transaktion. Was die Portfolio-Umschichtungen für Syngenta bedeuten, ist noch offen. Die Syngenta Deutschland GmbH wird dazu in der kommenden Woche bei einer Pressekonferenz Stellung beziehen.

Weitere Großübernahmen bringen zusätzliche Bewegung

Die Übernahme von Syngenta durch ChemChina ist aber nicht der einzige Verkauf, der die Branche neu sortiert. Großen Einfluss auf den deutschen Markt hat auch die 2017 erfolgte Fusion von Dow und DuPont. Hier stärken Kartellauflagen den Anbieter FMC, der einen Großteil des DuPont-Portfolios übernommen hat. Schließlich steht die Übernahme von Monsanto durch Bayer noch aus.



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