Pflanzgut

Kartoffelkrebs in Umlauf


Im Emsland hat der Kartoffelkrebs Kartoffelpflanzgut auf mehr als ein Dutzend Flächen befallen. Ein Züchter kündigt daraufhin die Zusammenarbeit mit Vermehrern. 

Zur vergangenen Ernte von Pflanzgut wurden im Emsland Erreger des Kartoffelkrebs nachgewiesen. Davon waren zwei Betriebe betroffen, die mehrere hundert Tonnen für das Zuchtunternehmen Solana produziert hatten. Der Züchter beendete daraufhin die Zusammenarbeit mit den Landwirten. Durch die fehlenden Mengen aus dem Emsland habe es Engpässe in der Versorgung mit Pflanzgut gegeben, erklärte Solana-Geschäftsführer Torsten Spill gegenüber agrarzeitung.de. Weil Solana erst im Februar über die Sporenfunde informiert wurde, sei zudem nur wenig Zeit geblieben, um Vermehrungsflächen für die nächste Anbausaison in anderen Regionen zu finden, so Spill. 

„Im Emsland sind derzeit 16 Flächen für den Kartoffelanbau gesperrt. “
Niedersächsisches Landwirtschaftsministerium, 

Im Emsland sind derzeit mehr als ein Dutzend Flächen für den Kartoffelanbau gesperrt, weil der Krebs die Knollen infiziert hatte, teilt das niedersächsche Agrarministerium mit. Grundsätzlich gilt: Partien, in deren Erdresten Sporen gefunden wurden, können nach einer Reinigung noch als Pflanzgut vermarktet werden. Vorausgesetzt die Knollen sind nicht befallen. Allerdings stellt dies für Torsten Spill keine praktikable Lösung dar, weil solche Reinigungsverfahren teuer und folglich nicht wirtschaftlich seien. In der Branche wird nun diskutiert, wie in Zukunft mit dem Thema Kartoffelkrebs umgegangen werden soll. Eine Forderung lautet, dass Vermehrungsflächen vorab auf die Sporen untersucht werden. Wichtig sei es dabei, alle vermehrenden Betriebe gleich zu behandeln, fordert Torsten Spill. In ein engmaschigeres Kontrollsystem durch die Pflanzenschutzämter müssten auch Landwirte einbezogen werden, die Kartoffeln aus ihrer eigenen Produktion als Pflanzgut verwenden.

Pflanzkartoffeln sind nur ein möglicher und bei zertifiziertem Saatgut extrem unwahrscheinlicher Verbreitungsweg. Größere Risiken gehen von den Sporen im Boden aus, die über Maschinen von einer Fläche zur anderen gelangen können. Auch durch die Erde, die bei der Reinigung der Kartoffeln in der Industrie oder in Packbetrieben anfällt, kann der Kartoffelkrebs verbreitet werden.

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